Kosten für flächendeckenden Hospiz- und Palliativausbau

Wien (OTS) - In seinem Statement in der 3. Sitzung der Parlamentarischen Enquete-Kommission zu "Würde am Ende des Lebens" bestätigte Dr. Johann Baumgartner, Mediziner, Vizepräsident des Dachverbandes Hospiz Österreich und Landeskoordinator für die Hospiz-und Palliativversorgung in der Steiermark, das deklarierte Ziel:
Etablierung einer Regelfinanzierung für ALLE Hospiz- und Palliativeinrichtungen für Kinder und Erwachsene und nicht nur für Palliativstationen für Erwachsene, die seit über einem Jahrzehnt LKF-finanziert sind.

Bei allen anderen Hospiz- und Palliativdiensten, bei den Stationären Hospizen, den Mobilen Palliativteams, den Palliativkonsiliardiensten, den Tageshospizen und Hospizteams hat sich in den Bundesländern über die Jahre eine starke Heterogenität an Ausbaugrad und Finanzierungsmodalitäten entwickelt. Damit ist die Versorgung leider ungleich und ungerecht. Das Konzept der abgestuften Hospiz- und Palliativversorgung für Erwachsene, das vom Gesundheitsministerium vor 10 Jahren veröffentlicht worden ist, wird nur in wenigen Bundesländern konsequent umgesetzt.

Trotz beeindruckender Meilensteine benötigt der Hospiz- und Palliativbereich verbindliche und überregionale Vereinbarungen, damit österreichweit eine gleichwertige Versorgung realisiert werden kann.

Weniger als 1% der öffentlichen Gesundheitsausgaben Österreichs im Jahr 2012 würde der flächendeckende Vollausbau der spezialisierten Hospiz- und Palliativversorgung für Erwachsene und Kinder - inklusive Länder- und Bundeskoordination - kosten, nämlich jährlich ca. 210 Mio. Euro. Bei einem stufenweisen Ausbau bis zum Jahr 2020 wären das jährlich zusätzlich knapp 17 Millionen Euro.
Ohne Spenden und Trägerbeteiligung könnten viele schon bestehende Einrichtungen nicht existieren. Konkret forderte Baumgartner z.B. österreichweite Tagsätze für Stationäre Hospize und eine Verankerung von Palliativkonsiliardiensten im KAKUG (Krankenanstalten und Kuranstaltengesetz).

Baumgartner verwies darauf, dass die Praxis der Palliativmedizin neben der besseren Betreuungsqualität auch relevante Kostendämpfungs-und Verschiebungseffekte mit sich bringt. Hospiz und Palliative Care vermindert einen Teil der Über- und auch Unterversorgung in der letzten Lebensphase und hat ein beträchtliches Substitutionspotential. Das bedeutet, dass Menschen in der letzten Lebensphase seltener und kürzer im Krankenhaus und länger in vertrauter Umgebung verbleiben können.

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Mag.a Anna H. Pissarek, Dachverband Hospiz Österreich
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