Neues Volksblatt: "Koalitions-Anliegen" von Markus EBERT

Ausgabe vom 16. Dezember 2014

Linz (OTS) - Recht viel Gutes bekommen die Regierungsmitglieder in den diversen Bilanzen zum heutigen einjährigen Koalitionsbestehen nicht zu hören oder lesen. Lange sind die Auflistungen, was nicht alles nicht weitergegangen ist, und angesichts der morgen beginnenden politischen Verhandlungen zur Steuerreform sehen Polit-Auguren die Koalition ohnehin schon als gescheitert an.
Ein Jahr nach der Angelobung des - mittlerweile kräftig umgebauten -Kabinetts Faymann II zeigt sich aber auch, dass nicht alle Kassandras Recht behalten. "Als Zeichen des Protests" gegen die Integration des Wissenschafts- in das Wirtschaftsressort wurden etwa vor Jahresfrist auf Beschluss der Universitätenkonferenz die Unis schwarz beflaggt, die Hochschülerschaft veranstaltete einen Trauermarsch und die Vorsitzenden der Universitätsräte gaben sich "bestürzt".
Und was sagte der Chef der Universitätenkonferenz, Rektor Schmidinger, gestern: "Respektabel und anerkennenswert" sei, was Minister Mitterlehner an zusätzlichem Geld für die Unis herausgeschlagen habe. Gemessen an den Befürchtungen vor Jahresfrist, dass die universitäre Welt dem Untergang geweiht ist, hört sich das fast schon nach überschwänglichem Lob an. Vor allem aber zeigt es eines: Allzu vorschnell urteilen ist gerade in der Politik ein riskantes Unterfangen - was ständig aufs Neue zu beweisen sich die Koalition ein Anliegen sein lassen sollte.

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