Keine frohen Weihnachten für christliche Flüchtlinge im Irak

"Kirche in Not"-Präsident Heine-Geldern in "Kathpress"-Interview: Nothilfe für Vertriebene in Kurdistan hält an

Wien, 15.12.14 (KAP) Kaum Adventstimmung kommt bisher bei den vertriebenen Christen im Nordirak auf: "99,5 Prozent von ihnen sagen, dass für sie Weihnachten heuer infolge ihrer Traurigkeit und Ratlosigkeit entfällt", hat der österreichische "Kirche in Not"-Präsident Thomas Heine-Geldern, der am Wochenende von einen mehrtägigen Besuch in Kurdistan zurückgekehrt ist, am Montag im Gespräch mit "Kathpress" berichtet. Zwar sei die Nothilfe in der Region "sensationell gut" angelaufen, doch sähen viele Flüchtlinge kaum mehr Zukunft in ihrer Heimat, so der Leiter des katholischen Hilfswerks.

Mehr als 100.000 irakische Christen mussten seit Juni, als die islamistische Terrormiliz IS in den Nord- und Westirak vorgedrungen ist, aus ihrer Heimat fliehen. Die meisten haben in der nordirakischen Region Kurdistan Zuflucht gefunden, über 50.000 von ihnen alleine in der Stadt Erbil. Sie wohnen dort teils weiterhin in Behelfsunterkünften wie etwa in einem Containerdorf, Schulen oder Zelten im Zentrum des christlichen Stadtteils Ankawa, teils bereits in Häusern und Wohnungen, die - mit Unterstützung von "Kirche in Not" - für diesen Zweck angemietet wurden.

Angesichts der Notlage haben sich die Vertreter der christlichen Kirchen vor Ort, die in verschiedenste Konfessionen und Riten aufgespalten sind, in einer "interkonfessionellen Bischofskonferenz" zusammengeschlossen, um so die humanitären Hilfsmaßnahmen besser zu koordinieren. Viel sei in den wenigen Monaten seither unter Federführung des chaldäischen Erzbischofs Bashar Matte Warda bewegt worden, so ein Zwischenresümee Heine-Gelderns. Weiterhin dauere allerdings die Phase der Nothilfe an, wobei Engpässe außer bei der Wohnungssituation auch bei den Medikamenten sowie auch bei Nahrungsmitteln drohen - letztere, falls sich Gerüchte eines baldigen Auslaufens des "World Food Programms" der UNO bestätigen.

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