Bundessieger Lukas Amman: Mehr Lebensqualität für Menschen mit Behinderung

Innenministerin ehrte Zivildiener des Jahres. Neben dem Bundessieger Lukas Amman aus Vorarlberg wurden auch die Landessieger für ihr Engagement ausgezeichnet.

Wien (OTS) - "Schnupperschlummern" nennt sich eine Therapiemethode, bei der Menschen die Möglichkeit haben, in angenehmer Atmosphäre Farben und Klänge auf sich wirken zu lassen. Die Therapiemethode soll Entspannung bieten und die sensitive Wahrnehmung fördern. Der Vorarlberger Lukas Amman lernte das Konzept während seines Zivildiensts bei der Werkstätte Hohenems kennen, wo Menschen mit körperlicher und geistiger Behinderung betreut werden. Da kein geeigneter Raum für die Therapiemethode vorhanden war, plante und baute er in Eigenregie ein sogenanntes "Snoezelen-Zelt". Er gewann Sponsoren für die Finanzierung und fand Helfer für die Umsetzung. Für sein Engagement wurde er am 15. Dezember 2014 von Innenministerin Mag.a Johanna Mikl-Leitner in Wien als "Zivildiener des Jahres" ausgezeichnet. "Sie haben hilfsbedürftigen Menschen Trost und Unterstützung gegeben. Ihr Einsatz ging weit über die Pflicht als Zivildiener hinaus", betonte Mikl-Leitner. "Ihr Engagement, Ihre Solidarität und vor allem Ihre Herzenswärme zeichnen Sie aus."

Neben dem Bundessieger Lukas Amman, der zugleich Landessieger von Vorarlberg ist, wurden acht weitere Landessieger ausgezeichnet. "Egal, ob beim Zivildienst in der Justizanstalt oder bei der Betreuung von Kindern, Jugendlichen, älteren Menschen oder Menschen mit Beeinträchtigungen - Die Zivildiener, die heute im Mittelpunkt stehen, haben maßgeblich zum Miteinander in unserer Gesellschaft beigetragen", sagte die Innenministerin. "Der Zivildienst schlägt Brücken zwischen jungen Menschen aus allen Schichten und Herkunftsländern. Egal, welcher Religionsgemeinschaft man angehört, welche Hautfarbe oder welchen Bildungsstandard man hat - beim Zivildienst sind alle gleich, hier helfen alle zusammen."

Die Landessieger

Wien: Raphael Gaiger war während seines Zivildiensts bei dem "Verein Sozialwerke Clara Fey" tätig, wo er sich für Kinder mit schwierigen Schicksalen und Traumata einsetzte. Er zeigte Zivilcourage, sprach sich öffentlich für die Kinder aus und war ihnen ein vorbildlicher Begleiter. Auch nach Abschluss des Zivildienstes besuchte er die Kinder und überlegt, später beruflich in diese Richtung zu gehen.

Niederösterreich: Anselm Jorda absolvierte seinen Zivildienst im Caritas-Haus Baden in der Altenbetreuung. In Eigeninitiative startete er das Projekt "Gedächtnistraining mit digitalen Medien". Im Rahmen dieses Projekts brachte Jorda den Heimbewohnerinnen und Heimbewohnern mithilfe von Tablet-PCs den Umgang mit digitalen Medien näher. Aufgrund seiner freundlichen Art und hohen Sozialkompetenz schuf er eine förderliche und freudvolle Lernatmosphäre. Auch nach Abschluss seines Zivildienstes engagiert sich Anselm Jordan ehrenamtlich im Caritas Haus Baden.

Oberösterreich: Alexander Traxler war im Gemeindekindergarten und Hort Alberndorf in der Riedmark tätig, wo er sich durch seinen geduldigen Umgang mit den Kindern auszeichnete. Er engagierte sich bei mehreren Projekten, unter anderem nahm er mit den Kindern eine CD auf. Er studierte mit ihnen Lieder ein, begleitete sie auf seiner Ziehharmonika und organisierte die Technik. Traxler beteiligte sich auch an einem Generationenprojekt, das den Austausch zwischen Kindern und älteren Menschen ermöglichen sollte.

Tirol: Franz-Christopher Pichler absolvierte seinen Zivildienst beim Kulinarium Kitzbühel, einer Einrichtung des Evangelischen Diakoniewerks Gallneukirchen. Der Cateringservice beschäftigt Klientinnen und Klienten mit Behinderung - sie übernehmen unter anderem die Zubereitung der Speisen. Franz-Christopher Pichler unterstützte die Klienten, war mit Leib und Seele bei der Arbeit und immer bemüht, eigene Ideen einzubringen. Er setzte sich besonders für ein selbstbestimmtes Leben der Klientinnen und Klienten ein. Nach dem Abschluss des Zivildienstes arbeitete er noch weitere drei Monate beim Kulinarium Kitzbühel. Momentan ist er neben seinem Studium der Philosophie und Erziehungswissenschaften als Assistenz der mobilen Betreuung tätig.

Salzburg: Thomas Goiginger verrichtete seinen Zivildienst in der Justizanstalt Salzburg, wo er für Botendienste, leichte Transportdienste und Datenpflege zuständig war. Er zeichnete sich durch seine Genauigkeit, den diskreten Umgang mit Daten über Insassen und seine schnelle Auffassungsgabe aus. Derzeit ist Thomas Goiginger professioneller Fußballer beim SV Grödig - der Verein spielt seit der Saison 2013/14 in der Österreichischen Bundesliga.

Steiermark: Herbert Ferstl war während seines Zivildienstes im Wohnheim der Lebenshilfe Fürstenfeld tätig, wo Menschen mit geistiger und mehrfacher Behinderung betreut werden. Er zeigte überdurchschnittliches Gespür für eine wünschenswerte Selbstständigkeit der Klientinnen und Klienten und brachte viele Ideen ein. Gemeinsam mit einem Zivildienstkollegen entwickelte er einen neuen Speiseplan, der Übersicht durch Bildkarten ermöglicht. Er hält weiter Kontakt zu den Klientinnen und Klienten.

Kärnten: Felix Gauer absolvierte seinen Zivildienst beim Verein Kindergruppe Knusperhäuschen, wo er sich durch den liebevollen Umgang mit den Kindern und handwerkliches Geschick auszeichnete. Er übernahm Reparaturarbeiten, war stets gut gelaunt und dachte sich selbst Spiele für die Kinder aus.

Burgenland: Florian Luckinger verrichtete seinen Zivildienst bei der Stiftung Behinderten- und Pflegeheim Wimpassing an der Leitha, wo er unter anderem für Fahrdienste und Arbeiten am Haus zuständig war. In seiner Mittagspause beschäftigte er sich mit den Betreuten und zeichnete sich auch in schwierigen Situationen durch seinen herzlichen Umgang aus.

Zivildienst

"Der Zivildienst ist eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten. Zivildiener sind zu einer tragenden Säule im Gesundheits- und Sozialbereich, und vor allem im Rettungsbereich geworden", erklärte Mikl-Leitner. "Die jungen Männer lernen durch den Zivildienst Verantwortung für sich und für die Gesellschaft zu übernehmen und erwerben damit soziale Kompetenzen im täglichen Tun und Wirken, in einem Umfeld, das sie sonst vielleicht nie kennenlernen würden." Seit 1975 können sich junge Österreicher für den Zivildienst entscheiden. Im Jahr 2014 wurden über 16.000 Zivildiensterklärungen abgegeben. Es gibt 1.400 Zivildiensteinrichtungen und 2.000 kleinere Einsatzstellen (Bezirksstellen, kleinere Werkstätten). Große Einsatzbereiche sind das Rettungswesen, die Sozial- und Behindertenhilfe, Altenbetreuung, Krankenanstalten, Katastrophenhilfe und der Zivilschutz.

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