Was bedeuten die Steuerreformkonzepte für uns Steuerzahler?

Wien (OTS) - Die große Steuerreformdebatte ist wieder in vollem Gang. Es werden von SPÖ und ÖVP Konzepte mit weitreichenden Auswirkungen für uns Steuerzahler präsentiert. Aber keiner von uns weiß darüber Bescheid wie viel Steuern er oder sie insgesamt zahlt. Auch die Politikplaner haben keine fundierten Zahlen, Daten und Fakten zur Verfügung, weil eine integrierte Gesamtsteuerstatistik in Österreich fehlt.

Die Lohn- oder Einkommenssteuer ist noch in etwa bekannt, aber die vermögensbezogenen Steuern (KESt, Immo-ESt oder Grundsteuer) schon nicht mehr. Bei den zahlreichen Konsumsteuern (Alkohol-, Bier-, Tabak-, Mineralöl-, motorbezogene Versicherungs-, normale Versicherungs- und Feuerschutz- sowie Mehrwertsteuer, Energie-, Gebrauchs-, Flug-, Fremdverkehrs- und Lustbarkeitsabgabe, GIS-Beitrag, Abwasser-, Wasser-, Müllentsorgungsgebühren etc.) fehlt Herrn und Frau Steuerzahler aber jedes Gespür.

Wirklich beunruhigend ist aber, dass die zahlreichen Steuerexperten, die Politik und die dafür zuständige Einrichtung BMF auch selbst gar nicht wissen wie viel die österreichischen Steuerzahler jeweils zahlen. Es wird in Österreich keine integrierte Gesamtsteuerstatistik zu den Erwerbstätigengruppen (Arbeitnehmer, Unternehmer, Beamte, Selbständige sowie Land- und Forstwirte) nach Einkommensstufen erstellt. Es gibt nur eine integrierte Lohn- und Einkommenssteuerstatistik. Daher sind auch alle Kommentare in Medien bezüglich der Auswirkungen auf die unterschiedlichen Einkommensgruppen auf die Lohn- und Einkommenssteuer beschränkt. In allen Betrachtungen fehlen die vermögensbezogenen Steuern und sämtliche Konsumsteuern. Wenn aber über Grundsteuer, Vermögenssteuern, Erbschafts- und Schenkungssteuern oder Mehrwertsteuer und Alkoholsteuern nachgedacht wird, dann braucht es eine intergierte Gesamtbetrachtung. Will man auch bei den Förderungen sparen, dann müssen auch die Transferleistungen als Teil des Einkommens berücksichtigt werden, um die Auswirkungen beurteilen zu können. Gleiches gilt für die Sozialversicherungsbeiträge, denn auch sie sollten mitdiskutiert werden.

Ohne das Wissen von wem wie viel Steuern und Abgaben eingehoben werden und wer die größte Steuer- und Abgabenlast in Österreich trägt, ist eine nüchterne Debatte über eine gerechte Steuerreform unmöglich. Aber Generationen von Finanzministern haben sich nicht darum bemüht, dass wir zum einen mit vertretbarem Aufwand unsere Steuern- und Abgabenleistung selbst ermitteln können und zum anderen eine aussagekräftige Steuer- und Abgabenstatistik zur Verfügung steht.

Die Bürgeraktivierungsinitiative Respekt.net hat daher die Plattform SteuernZahlen.at gegründet, damit jeder Steuerpflichtige selbst seine Steuer- und Abgabenlast ermitteln kann. Was aber noch wichtiger ist, ist die damit verbundene anonyme Bereitstellung von Daten für eine österreichweite Hochrechnung und Erstellung einer Gesamtsteuerstatistik. Die Gesamtsteuerstatistik wird gemeinsam mit einem Forschungsinstitut 2015 erstellt. Dafür wird aktuell Geld unter dem Titel "Unsere Steuern" im Rahmen eines Crowdfunding-Projekts unter
http://www.respekt.net/projekte-unterstuetzen/details/projekt/741/
gesammelt. Mehr als 50% des benötigten Betrags sind bereits finanziert. Mit einer Spende ab 10 Euro kann die Umsetzung unterstützt werden.

Damit haben es die Steuerzahlenden in Österreich selbst in der Hand, dass eine umfassende Information zum Thema Steuern und Abgaben im Jahr 2015 erstellt wird. Einmal kann man die eigenen Daten erfassen und sich vollumfänglich über die eigene Steuerbelastung informieren. Zum anderen kann man zu einer Transparenz in Steuerfragen beitragen, damit wir nicht mehr nur auf Meinungen und Glaubenssätze angewiesen sind.

Es müssen mehrere tausend Datensätze auf www.SteuernZahlen.at gesammelt werden, damit eine Gesamtstatistik erstellt werden kann, aus der ersichtlich wird, wie groß die Steuerlast für bestimmte Steuerzahlergruppen untergliedert nach Einkommensstufen ausfällt. Die Daten können somit etwa zum Vergleich von einzelnen Erwerbstätigengruppen miteinander sowie innerhalb der Gruppen oder zwischen den Geschlechtern und Altersgruppen herangezogen werden. Im Gegensatz zu bestehenden Datensätzen der Statistik Austria umfasst die Sammlung von www.SteuernZahlen.at dann Daten zu den Einkommens-, Vermögens- sowie Konsumsteuern und zu den Sozialversicherungsabgaben. Es wird erstmals (!) eine österreichische Gesamtsteuerstatistik erstellt, die eine fundierte Beurteilung von Steuerreformvorschlägen ermöglicht.

Rückfragen & Kontakt:

Respekt.net
Pamina Ackerbauer
Öffentlichkeitsarbeit
Tel.: +43 1 4020162
pamina.ackerbauer@respekt.net
verein.respekt.net
respekt.net

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | NEF0008