Umweltschutz für junge Flüchtlinge und MigrantInnen

Erfolgreicher Abschluss des ersten Umweltbildungsprojektes von GLOBAL 2000 und des Vereins menschen.leben.

Wien/NÖ/Salzburg/Tirol (OTS) - Ein halbes Jahr lang waren UmweltpädagogInnen von GLOBAL 2000 in den Einrichtungen und Projekten des Vereins menschen.leben in Niederösterreich, Salzburg und Tirol unterwegs und haben jungen Flüchtlingen und MigrantInnen in 20 Workshops das Thema Umweltschutz nähergebracht. Im Rahmen von Naturausflügen, Exkursionen und Workshops lernten rund 200 TeilnehmerInnen, welch hohen Stellenwert der Umweltschutz in Österreich hat und welchen Beitrag sie selbst dazu leisten können.

Richtiges Umweltverhalten als Schritt zu gelebter Integration
Ziel des Projektes war es neben einer Vielzahl anderer Initiativen des Vereins menschen.leben MigrantInnen und Flüchtlinge auch über das Thema Umweltbildung bei ihrer Integration in Österreich zu unterstützen. So ist das Wissen beispielsweise über richtiges Abfalltrennen und -entsorgen für die Zielgruppe schwer zugänglich, insbesondere wenn die Deutschkenntnisse noch nicht so gut sind. Das Projekt stieß von Anbeginn auf große Neugier, insbesondere die unbegleiteten minderjährigen Flüchtlinge freuten sich über die zahlreichen Informationen, die für ein gutes Miteinander in Österreich und Europa wichtig sind. Besonders beeindruckt waren sie etwa auch vom Besuch einer Recyclinganlage, wo sie erfuhren, wie wertvoll es ist, kostbare Rohstoffe wieder in einen Wertstoffkreislauf zurückzuführen und damit Kosten und Ressourcen zu sparen. Denn in ihren Herkunftsländern ist Recycling oftmals kaum ein Thema. "In Afghanistan gibt es Mülleimer nur in den größeren Städten, am Land wird der Müll einfach in die Natur geworfen und manchmal von anderen Personen abgeholt und weiterverkauft", erzählt der 16-jährige Farid.

Naturausflüge als Teil von Landeskunde
Umso wichtiger ist es, diesen Menschen, die in Österreich eine neue Heimat suchen, auch im Rahmen von Naturausflügen nahezubringen, wie schützenswert die österreichische Naturlandschaft ist. So waren auch die jungen Flüchtlingsburschen der Wohngemeinschaft Bad Vöslau mit den Umweltpädagogen im Wald unterwegs und lernten viel über Naturschutz, Kräuterkunde und die österreichische Fauna und Flora. "Es war beeindruckend zu sehen, wie die Burschen, die viel mitgemacht und teilweise eine dramatische Flucht hinter sich haben, sich auf die Natur eingelassen haben und wie dies ihre Gesichter verändert hat", berichtet Sozialpädagogin Patricia Sagat. Die Burschen stellten viele Fragen, zeigten sich höchst interessiert und waren sich alle einig:
"Wann ist der nächste Workshop?"

Unterstützung durch Bürgermeister
Vor allem für Gemeinden, die Flüchtlinge beherbergen, sind Projekte dieser Art von großem Wert, da sich die AsylwerberInnen unter fachkundiger Anleitung direkt mit den österreichischen Lebensgewohnheiten auseinandersetzen können und dadurch die weitere soziale Integration unterstützt wird. Durch derartige Aktionen, auch gemeinsam mit der ansässigen Bevölkerung, wird der interkulturelle Dialog gefördert und die Akzeptanz für die Aufnahme von Schutzsuchenden in Zeiten anhaltender Flüchtlingswellen erhöht. Auch der Bad Vöslauer Bürgermeister DI Christoph Prinz unterstützt dieses Projekt: "Ich halte diese gemeinsamen Aktionen für sehr wichtig, weil so ein reibungsloses Zusammenleben erleichtert wird. Flüchtlinge lernen, was sie hier im täglichen Leben berücksichtigen müssen und die einheimische Bevölkerung sieht, dass sie bereit sind, sich mit unseren Vorschriften zu beschäftigen. Natur tut jedem gut. Und warum sollten Flüchtlinge nicht die gleichen positiven Erfahrungen machen können wie wir Einheimische?"

Im Sinne der Nachhaltigkeit wollen die Initiatoren GLOBAL 2000 und Verein menschen.leben das von der ARA (Altstoff Recycling Austria AG) und der Initiative "Reinwerfen statt Wegwerfen" geförderte Projekt 2015 fortsetzen. "Alle nun gewonnenen Daten und Erfahrungen zeigen eindeutig, dass wir auf dem richtigen Weg sind und damit viel zur Integration der Zielgruppen beigetragen wird. Unser Ziel ist es, dieses Pilotprojekt als langfristig angelegtes Umweltbildungsprojekt zu etablieren, was den Menschen und der Natur gleichermaßen zu Gute kommt", sind sich die ProjektkoordinatorInnen Lisa Jochmann (Verein menschen.leben) und Thomas Lackner (GLOBAL 2000) einig.

Fotos unter: www.flickr.com/photos/global2000

Rückfragen & Kontakt:

Mag. Jörg Trobolowitsch, Öffentlichkeitsarbeit Verein menschen.leben, Tel: 0664 / 82 36 235, Mail: trobolowitsch@menschen-leben.at, www.menschen-leben.at
Mag.a Lydia Matzka-Saboi, Pressesprecherin GLOBAL 2000, Tel: 0699 / 14 2000 26, Mail: presse@global2000.at, www.global2000.at

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