Industrie: Klimakonferenz in Lima nur kleiner Schritt zu globalem Klimaabkommen

IV-GS Neumayer: Ungenügender Zwischenschritt in Lima lässt an Erfolg in Paris zweifeln - Klimaschutz wichtiger als Umverteilung durch Klimafonds

Wien (OTS/PdI) - "Die Industrie steht eindeutig auf derselben Seite wie die europäische Umweltpolitik, wenn es um die Zielsetzung eines verbindlichen, globalen Abkommens geht. Nur eine solche umfassende Anstrengung kann wirksamen Klimaschutz bedeuten und gleichermaßen die dringend erforderliche Standortsicherheit der energieintensiven Industrie und damit heimische Arbeitsplätze gewährleisten", so der Generalsekretär der Industriellenvereinigung (IV), Mag. Christoph Neumayer, heute, Sonntag, nach Ende der Klimakonferenz in Lima. "Nach der weltweit mit Euphorie aufgenommen, vermeintlichen Einigung zwischen den USA und China vor wenigen Wochen, hätte man erwartet, dass auch in den konkreten Verhandlungen über die schriftlichen Dokumente substantielle Fortschritte sichtbar werden. Aber offensichtlich hat sich die Einigung auf Ebene der Staatspräsidenten noch nicht bis zu den eigentlichen Verhandlern in Lima durchgesprochen, die weiterhin in teilweise unverständlichen Blockaden verharren", erklärte Neumayer.

Missverhältnis im Mittelaufkommen korrigieren

"Mit großer Skepsis" verfolge man in der Industrie die wachsende Anspruchshaltung der Entwicklungs- und Schwellenländer hinsichtlich von Zahlungen der Industriestaaten. In Lima sei der sogenannte Green Climate Fund (GCF) endgültig in den Mittelpunkt des Interesses dieser Länder gerückt. "Auch wenn die IV die Sichtweise teilt, dass ein umfassendes Abkommen am Ende auch von Finanzierungsinstrumenten begleitet sein muss, gilt es doch, sich primär auf die Maßnahmen gegen den Klimawandel zu konzentrieren und weniger auf Fragen der Umverteilung. Wenn Europa mit rund zehn Prozent der globalen Emissionen und weniger als 20 Prozent der globalen Wirtschaftsleistung rund 45 Prozent der bisherigen Mittel des GCF in Höhe von rund zehn Milliarden Euro aufbringt, scheint ein gewisses Missverhältnis vorzuliegen. Dieses muss korrigiert werden, denn Klimaschutz ist wichtiger als Umverteilung durch einen Klimafonds", betonte der IV-Generalsekretär.

"Gleichzeitig war für die Konferenz in Lima nie ein Durchbruch erwartet worden", so Neumayer weiter. Der bekannten Verhandlungsdramaturgie der Klimakonferenzen folgend werde sich erst "in den letzten Stunden von Paris" im Dezember 2015 weisen, ob ein gehaltvolles Abkommen letztendlich möglich sei. Lima sei demzufolge als "Zwischenschritt, der eine Reihe kleinerer Fortschritte gebracht hat, ohne das harte Brett durchbohrt zu haben" zu werten. Immerhin sei es gelungen, "den zentralen europäischen Anspruch nach einem umfassenden Abkommen aufrecht zu erhalten und den Pfad der Kyoto-Zweiteilung der Welt ein Stück weiter zu verlassen. Die IV wird sich jedenfalls weiterhin im Sinne des Klimaschutzes und des Standortes für ein möglichst verbindliches und umfassendes Abkommen einsetzen", erklärte Neumayer abschließend.

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