Schelling im "trend": "500 Steuerprüfer mehr"

Der Finanzminister kündigt Personalaufstockung und effizientere technische Kontrollen bei der Steuerprüfung an. Das Budget ließe sich nicht über Wirtschaftswachstum zu sanieren.

Wien (OTS) - Die verschärfte Jagd auf Steuersünder - und eine zusätzliche Steuer-milliarde - kann beginnen: "Wir werden 500 Leute mehr bekommen, hauptsächlich für den Bereich Steuerprüfung" sagt Finanzminister Hans Jörg Schelling im Interview mit dem am Montag erscheinenden Wirtschaftsmagazin "trend". Und nicht nur das: "Wir werden auch unsere elektronischen Prüfmittel verstärken. Da gibt es Verbesserungspotenzial, da auch unser Vis-à-vis immer kreativer wird."
Um den Mehrwert-Steuerbetrug über die Grenzen hinweg einzudämmen, will Schelling das sogenannte "Reverse-charge-Verfahren" einführen. Ein entsprechendes Projekt mit Nachbarstaaten sei aufgesetzt, sagt der Minister im "trend"-Gespräch.

Um das lahmende Wirtschaftswachstum wieder anzukurbeln, setzt er auf "Projekte mit großer Hebelwirkung, wie etwa die thermische Sanierung". Sein Haus habe dem Wifo den Auftrag erteilt, über entsprechende "Hebelprojekte" nachzudenken. Wenig Freude hat Schelling im Gegenzug mit "Investitionen, die kurzfristig Arbeitsplätze bringen, aber langfristig Subventionen verschlingen, wie etwa der Bau eines neuen Museums". Auch neue Tunnelprojekte sind ihm suspekt: "Es macht keinen Sinn, wenn ich eine Investition habe, bei der eine Maschine mit vier Beschäftigten zehn Jahre durch einen Berg fährt und dann das Loch da ist."

Übertriebene Hoffnungen auf starkes Wachstum macht der Minister jedenfalls nicht. "Wenn jemand glaubt, dass er durch Wachstum den Staatshaushalt sanieren kann, dann irrt er", sagt Schelling im "trend". Sein diesbezügliches Ziel: "Wir können mittelfristig wieder auf stabile zwei Prozent kommen."

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