Neues Volksblatt: "Zumutung" von Markus EBERT

Ausgabe vom 13. Dezember 2014

Linz (OTS) - Den Schülerinnen und Schülern in den achten AHS-Klassen wird derzeit nicht fad - aber nicht deswegen, weil sie ständig Party machen. Sie stecken vielmehr mitten in der ersten Schularbei-tenrunde, sie feilen an der vorwissenschaftlichen Arbeit, sie wissen, wann die Matura losgeht: kurz, es gibt genug zu tun. Mit der flächendeckend und verpflichtend durchzuführenden Zentralmatura wird im Frühjahr Neuland betreten, was für alle Beteiligten schon im Vorfeld eine große Herausforderung bedeutet hat. So mussten etwa die Methodik und die Benotung der Schularbeiten adaptiert werden, der Fächerkanon für die Matura wurde neu gestaltet, und die Wissensvermittlung musste im Hinblick auf die geänderte Fragestellung auch überdacht werden.
Dass es dann ausgerechnet die Schulministerin ist, die in dieser sensiblen Phase für zusätzliche Aufregung sorgt, ist schlicht eine Zumutung. Die Verantwortung für die Geheimhaltung und die Vollständigkeit der Maturafragen sollte an die Direktoren und Lehrer abgeschoben werden, den Schülern streicht man die Vorbereitungsstunden zusammen, der Testlauf für den Aufgaben-Download holpert auch dahin - womit sich einmal mehr die Frage aufdrängt, ob im Schulministerium und im hauptverantwortlichen Bundesinstitut für Bildungsforschung (Bifie) die richtigen Leute am Werk sind. Daher der eindringliche Wunsch ans Christkind: Lasst endlich Ruhe an den Schulen einkehren.

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