Klein aber oho - Artenschutz-Merkblätter des Landes vorgestellt

LR Rauch: Bieten wichtige Informationen über bedrohte Tiere und Pflanzen

Dornbirn (OTS/VLK) - Vorarlberg verfügt über eine kostbare Naturlandschaft. Einige Tiere und Pflanzen sind jedoch bedroht oder stehen am Rande des Aussterbens. In den von Fachleuten im Auftrag des Landes erstellten Merkblättern wird eine Auswahl in Vorarlberg stark gefährdeter Arten vorgestellt. Neben einer Beschreibung ihrer Lebensweise enthalten die Merkblätter auch die richtigen Maßnahmen zum Schutz der Tiere und Pflanzen. Umweltlandesrat Johannes Rauch stellte sie heute (Freitag, 12. Dezember) in der inatura in Dornbirn vor.

"Die Welt kann ganz gut ohne Menschen auskommen, wir aber nicht ohne die Erde", verdeutlichte Landesrat Rauch die Bedeutung des Tier-und Artenschutzes. Auch kommende kommende Generationen haben ein Recht darauf, eine intakte Vorarlberger Naturlandschaft mit ihrem Tier- und Pflanzenreichtum kennenzulernen, so Rauch: "Daher müssen sich wirtschaftliche und Umweltinteressen gleichberechtigt gegenüber stehen. Als wichtiger Schritt ist es daher notwendig, ein Bewusstsein bei Kindern, Jugendlichen, Landwirtschaft, Forstwirtschaft und Gemeinden dafür zu schaffen, dass wir unsere bedrohte Tier- und Pflanzenwelt schützen müssen." Denn, so Rauch: "Landesräte kommen und gehen, Tier- und Pflanzenschutz muss bleiben."

Die Merkblattserie "Klein aber oho!" des Landes Vorarlberg zeigt anhand ausgewählter Beispiele, wie interessant und schön - aber auch bedroht - unsere Natur sein kann, und vermittelt das nötige Wissen, um die schützenswerten Tiere und Pflanzen zu erhalten. Sie richten sich an die Landnutzer, die beim Erhalt der Artenvielfalt eine herausragende Rolle spielen und werden als Unterrichtsmaterial den Schulen sowie den Gemeinden zur Auflage zur Verfügung gestellt. Insgesamt 16 Merkblätter über einzelne bedrohte Tier- und Pflanzenarten wurden bisher aufgelegt.

"Für uns als leidenschaftliche Vermittler sind solche Unterlagen wahre Schätze", sagt Ruth Swoboda, naturwissenschaftliche Direktorin der inatura: "Es geht darum Naturwissen als Bereicherung weiter zu geben. Es geht darum etwas in der Natur zu erkennen und etwas über seine Heimat erzählen zu können. Denn nur was ich erkenne und schätze kann ich in weiterer Folge auch schützen."

Beispiel: Kiebitzschutz - ohne Landwirt geht nichts

Ursprünglich ist der Kiebitz (Vanellus vanellus) in Vorarlberg ein Charaktervogel gehölzarmer Streuwiesen mit hohem Grundwasserstand. Heute brüten die weitaus meisten Paare dagegen auf Äckern und in binsenreichen Nasswiesen. Maisäcker, die zu Beginn der Brutzeit brachliegen, spielen die wichtigste Rolle als Brutplatz. Allerdings werden das Aufbereiten des Ackers und die Einsaat für das Kiebitzgelege zum Problem.
Durch einfache Maßnahmen können Gelege und Kükenverluste vermieden werden. Dies sind das Umfahren der Kiebitzgelege, langsam und immer in derselben Fahrspur fahren oder wenn die Gelege kurz vor dem Schlüpfen stehen, die Bewirtschaftung um zwei Tage verschieben.

Vorarlberg nicht ausgenommen

Vorarlberg bildet beim weltweiten Artenschwund und Biodiversitätsverlust keine Ausnahme. So sind zum Beispiel von den in Vorarlberg heimischen 177 Brutvogelarten 11 ausgestorben, 16 vom Aussterben bedroht, 6 stark gefährdet und 22 gefährdet oder von den in Vorarlberg heimischen 12 Amphibienarten vier stark gefährdet (Kammmolch, Teichmolch, Laubfrosch und Gelbbauchunke), eine Arte gefährdet (Kleiner Wasserfrosch) und fünf weitere Arten sind in der Kategorie "Gefährdung droht".

Die Merkblätter können unter umweltschutz@vorarlberg.at oder bei der Abteilung Umwelt- und Klimaschutz des Amtes der Vorarlberger Landesregierung der Tel. 05574/511-24505 bezogen werden und liegen bei der inatura Dornbirn auf. www.vorarlberg.at/naturvielfalt

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