Industrie: Österreich braucht mehr Wachstum, nicht mehr Umverteilung

Österreich ist das am stärksten umverteilende Land der OECD - Neue und höhere Steuern sind Gift für Arbeitsplätze und Wohlstand in Österreich

Wien (OTS/PdI) - Noch mehr Umverteilung kann mit Sicherheit nicht prioritäres Thema der österreichischen Wirtschaftspolitik sein, so die Industriellenvereinigung (IV) zu aktuellen Aussagen der AK. Angesichts der höchsten Umverteilungsquote aller OECD-Staaten und einer der höchsten Steuer- und Abgabenquoten der Euroländer entbehrt der Ruf nach mehr Verteilungsgerechtigkeit jeder Grundlage. Der Anteil der Transferleistungen (inklusive Pensionen) an den verfügbaren Einkommen der Haushalte ist mit 36,6 Prozent so hoch wie in keinem anderen OECD-Land. Der OECD-Durchschnittswert liegt bei 22 Prozent. Bei den real verfügbaren Einkommen der Haushalte - also den Einkommen nach dem Umverteilungsprozess - ist der "Gini-Koeffizient" nicht nur seit Jahren rückläufig, sondern auch im EU-Spitzenfeld. Grundsätzlich fordert die Industrie bei der Steuerdiskussion mehr Sachlichkeit ein: So müsste man beim Vergleich der Privatvermögen selbstverständlich auch die gesetzlich zugesagten Pensionsanwartschaften berücksichtigen, wodurch der "Gini-Koeffizient" für Österreich 0,4 Prozent betragen würde. Damit weist Österreich bei der Armutsgefährdungsquote den drittniedrigsten Wert in der EU auf.

Der Schlüssel zum Erhalt des Wohlstandes ist nicht noch mehr Umverteilung, sondern mehr Produktivität. Österreich muss daher durch nachhaltige Reformen dafür sorgen, dass nicht weiterhin das Steuergeld der Bürgerinnen und Bürger in ineffizienten Strukturen versickert, sondern im Gegenzug Mittel in die wachstumsstärkenden Bereiche - Bildung, Forschung sowie Innovation - umgeleitet werden können. Österreich hat eben kein Einnahmen-, sondern ein klares Ausgaben-Problem. Wenig verständlich ist daher die erneute Forderung nach einer weiteren Erhöhung der vermögensbezogenen Steuern. Die Belastung ist insgesamt zu hoch und belastet massiv unsere Wettbewerbsfähigkeit - das kostet Jobs und Wachstum. Angesichts der sehr schwachen Wachstumsaussichten und der angespannten Situation auf dem Arbeitsmarkt sind neue und höhere Steuern Gift für den Wohlstand in Österreich.

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