Kiewer Großerzbischof: Kirche steht auf Seiten des Volkes

Griechisch-katholischer Großerzbischof Schewtschuk fordert im "Kathpress"-Gespräch russisch-orthodoxe Kirche auf, sich für Frieden und geeinte Ukraine einzusetzen - Große Sorge um Religionsfreiheit in Donezk, Lugansk und Krim

Kiew, 12.12.14 (KAP) Die griechisch-katholische Kirche steht im Ukraine-Konflikt klar auf Seiten des Volkes. Das hat Großerzbischof Swjatoslaw Schewtschuk im "Kathpress"-Gespräch vor Ort in Kiew betont. Die von der russisch-orthodoxen Kirche immer wieder erhobenen Beschuldigungen, die katholische Kirche nehme einseitig Parteistellung in einem "innerukrainischen" Konflikt ein, wies der Großerzbischof entschieden zurück.

Schewtschuk verwies auf die jüngste Begegnung von Kardinal Christoph Schönborn mit dem Rat der Kirchen und Religionen in Kiew. In dem Rat sind alle 19 in der Ukraine anerkannten christlichen Kirchen sowie die jüdische Gemeinschaft und die islamische Gemeinschaft zusammengeschlossen. Alle Kirchenvertreter hatten sich wie Schewtschuk für eine geeinte und freie Ukraine ausgesprochen.

"Ausländische Invasion"

Es handle sich bei dem Konflikt klar um eine "ausländische Invasion". Es erfolge ein Eindringen "russischer Truppen auf ukrainisches Territorium", betonte Schewtschuk gegenüber "Kathpress".

Zum Rat der Kirchen und Religionen gehören auch alle drei in der Ukraine vorhandenen orthodoxen Kirchen: die Ukrainisch-orthodoxe Kirche des Moskauer Patriarchats, die Ukrainisch-orthodoxe Kirche des Kiewer Patriarchats und die Autokephale ukrainisch-orthodoxe Kirche. Was Großerzbischof Schewtschuk im "Kathpress"-Interview diplomatisch verschwieg: Die zum Moskauer Patriarchat gehörende Ukrainisch-orthodoxe Kirche war am vergangenen Mittwoch der Begegnung der Kirchenvertreter mit Schönborn in Kiew ferngeblieben.

Moskauer Kirche "könnte mehr für Frieden tun"

Laut Großerzbischof Schewtschuk könnten die russisch-orthodoxe Kirche und ihre orthodoxe Tochterkirche in der Ukraine viel mehr zur friedlichen Lösung des russisch-ukrainischen Konflikts beitragen. Er wolle die Hoffnung nicht aufgeben, dass vor allem auch die Geistlichen vor Ort in den umkämpften Gebieten ihre Verantwortung erkennen und wahrnehmen würden.

In den besetzen Gebieten von Donezk und Lugansk kann derzeit nur die zum Moskauer Patriarchat gehörende Landeskirche relativ frei tätig sein. Von der griechisch-katholischen Kirche würden nur mehr zwei Priester die Stellung halten, von der römisch-katholischen sogar nur einer, berichtete der Großerzbischof: "Wir werden die Menschen nicht im Stich lassen und bemühen uns auch um materielle Hilfe".

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