Südsudan: Jede siebte Frau stirbt während Schwangerschaft oder Geburt

Neuer CARE-Bericht zum Gesundheitssystem im Südsudan Am 15. Dezember jährt sich der Ausbruch des Konflikts

Wien/Juba (OTS) - In einem heute veröffentlichten Bericht fordert die Hilfsorganisation CARE, das Gesundheitssystem im Südsudan stärker in den Fokus der Nothilfe zu rücken. Nur so können in der derzeitigen Krise Menschenleben gerettet und die Ursachen der hohen Krankheits-und Sterblichkeitsraten im jüngsten Staat der Welt bekämpft werden.

"Krankheit, Hunger und die Folgen von Vertreibung sind in armen Ländern eine häufigere Todesursache als die Kugeln von Waffen", sagt die Geschäftsführerin von CARE Österreich, Andrea Wagner-Hager:
"Einfache Maßnahmen wie Nahrungsergänzung und die Betreuung von Schwangeren und Neugeborenen helfen, die Gesundheitsversorgung zu stärken."

Jede siebte Mutter stirbt während der Schwangerschaft oder bei der Geburt. Nur 4,8 Prozent der Frauen erhalten pränatale medizinische Betreuung und 80 Prozent bringen ihr Kind zuhause auf die Welt. Für rund elf Millionen Einwohner gibt es gerade einmal 37 Krankenhäuser.

Im vergangenen Jahr retteten Hilfsorganisationen wie CARE inmitten der Kämpfe unter schwierigsten Bedingungen tausende Menschenleben. Kinder wurden geimpft, Latrinen gegraben, Nahrungsergänzung und medizinische Unterstützung bereitgestellt, Mütter vor der Geburt betreut, Wasser gesäubert sowie Nahrung und Saatgut verteilt.

"Doch die aktuelle Finanzierung der humanitären Hilfe im Südsudan ist eher kurzfristig", mahnt Wagner-Hager. "Wir könnten wesentlich mehr aufbauen, wenn die Gelder für Nothilfe und Entwicklungszusammenarbeit flexibler miteinander kombiniert würden. Investitionen in das lokale Gesundheitssystem kämen dann auch den kommenden Generationen zugute."

Hintergrund:
Seit dem Ausbruch der Gewalt im Dezember 2013 im jüngsten Staat der Welt wurden etwa 1,9 Millionen Menschen aus ihren Häusern und Gemeinden vertrieben. Etwa 474.000 Menschen sind auf der Flucht vor Gewalt und Hunger in die Nachbarländer Äthiopien, Kenia, Uganda und den Sudan geflohen. CARE stellt neben Nahrung auch Wasser, sanitäre Anlagen, Hygieneartikel und Unterstützung zum Erhalt der Lebensgrundlagen bereit. CARE ist seit 1993 im Land tätig und unterstützt außerdem über 40 Gesundheitseinrichtungen in Jonglei und Unity, den beiden am stärksten von den Kämpfen betroffenen Staaten.

Der Bericht "Critical Diagnosis: The Case for Placing South Sudan's Healthcare System at the Heart of the Humanitarian Response" kann auf www.care.at heruntergeladen werden. Gerne stellen wir InterviewpartnerInnen und Fotomaterial zur Verfügung.

Nothilfe: 1 CARE-Medizin-Paket um 20 Euro trägt zur medizinischen Versorgung eines akut unterernährten und kranken Kindes bei.

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