Bundes-Schulgemeinschaftsausschuss gegen Kürzungen bei Vorbereitungsstunden

Nach 48 Stunden bereits 2.500 Unterschriften für Bürgerinitiative gesammelt

Wien (OTS) - Vertreter von Eltern-, Lehrer- und Schülerseite sprachen sich heute, Freitag, bei einer Pressekonferenz in Wien geschlossen gegen die geplante Kürzung der Vorbereitungsstunden für die Zentralmatura aus. Statt vier Vorbereitungsstunden pro Wochenstunde im jeweiligen Fach, sollen es in Zukunft nur mehr vier Stunden insgesamt pro Fach sein. Der Bundes-Schulgemeinschaftsausschuss (B-SGA) fordert geschlossen eine Aufstockung auf die ursprüngliche Stundenzahl. Bundesschulsprecher Lukas Faymann brachte dazu eine Bürgerinitiative ins Parlament ein. Innerhalb von nur 48 Stunden unterschrieben 2.500 Erstunterzeichnerinnen und Erstunterzeichner.

"Wir Schülerinnen und Schüler wollen gut vorbereitet in die mündliche Matura starten. Vier Stunden sind dafür schlichtweg zu wenig. 2.500 Unterschriften innerhalb von nur 48 Stunden sind eine klare Botschaft für die Ministerin: Die Schülerinnen und Schüler wollen gut vorbereitet in die Matura gehen. Die Ministerin muss die Kürzung wieder rückgängig machen", so Bundesschulsprecher Lukas Faymann.

Elternvertreter Theodor Saverschel betonte bei der Pressekonferenz vor allem den geänderten Prüfungsmodus bei der Zentralmatura, der de facto eine Aufstockung statt eine Kürzung der Vorbereitungsstunden nötig machen würde.

"Die Themenbereiche der mündlichen Matura sind sehr global definiert. Gerade deshalb sind genügend Vorbereitungsstunden essenziell. Ein in den Nationalrat eingebrachter Entschließungsantrag wurde vertagt. Wir hoffen, dass die nun eingebrachte Bürgerinitiative die Politik zum Einlenken bringen wird", so Theodor Saverschel, Präsident des Bundeselternverbandes.

Von Seiten der Lehrerschaft wurden vor allem die beinahe unmöglichen Bedingungen für die Lehrerinnen und Lehrer aufgezeigt. Sie stehen in der Pflicht, die Schülerinnen und Schüler möglichst gut auf die Matura vorzubereiten. Gleichzeitig wird ihnen aber die Zeit dafür durch die Kürzungen gestohlen.

"Um die Schülerinnen und Schüler auf die Prüfungen vorzubereiten, bleiben einem in einer Gruppe von 20 Personen genau 10 Minuten pro Kandidatin bzw. pro Kandidat", so Roland Gangl, BMHS-Lehrervertreter.

"Bei der Zentralmatura ist es für die Lehrerinnen und Lehrer unmöglich, auf die individuellen Stärken und Schwächen der Schülerinnen und Schüler einzugehen. Das wirkt sich klarerweise auch auf die Schülerinnen und Schüler aus, die dadurch verunsichert werden. Deshalb bräuchte es pädagogisch gesehen mehr statt weniger Vorbereitungsstunden", so Eckehard Quin, AHS-Lehrervertreter.

Ein Foto zur honorarfreien Verwendung finden Sie unter:
http://bit.ly/12UQFyE

Der Bundes-Schulgemeinschaftsausschuss (B-SGA) ist ein bundesweites Gremium, das sich aus Vertreterinnen und Vertretern aller drei Schulpartner - Schülerschaft, Elternschaft und Lehrerschaft -zusammensetzt. Der B-SGA wurde 2012 konstituiert und trifft sich regelmäßig, um über bildungspolitische Themen zu diskutieren. Unter anderem fordert der B-SGA seine gesetzliche Verankerung, um die Schulpartner in den Gesetzgebungsprozess einzubinden.

Rückfragen & Kontakt:

Lukas Faymann
Bundesschulsprecher
lukas.faymann@bsv.at
0664 588 64 71

Ing. Theodor Saverschel, MBA
Präsident des Bundesverbandes der Elternvereine an mittleren und
höheren Schulen Österreichs
office@bundeselternverband.at

Mag. Roland Gangl
Stv. Vorsitzender der BMHS-Lehrergewerkschaft
rgangl@hlabaden.at

Mag. Dr. Eckehard Quin
Vorsitzender der AHS-Lehrergewerkschaft
eckehard.quin@goed.at

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | OSU0001