38 tote Hunde in OÖ - Wiener Tierschutzverein fordert lückenlose Aufklärung

38 tote Hunde auf Gnadenhof im Innviertel - auch vier Tiere aus dem Wiener Tierschutzverein dorthin vergeben. WTV-Präsidentin Petrovic fordert lückenlose Aufklärung.

Vösendorf (OTS) - Der Fall der Oberösterreicherin, die auf ihrem Gnadenhof dem Vernehmen nach 38 Hunde verenden ließ, schockiert aktuell ganz Österreich. Jeden Tag werden neue Gräuel dieser unfassbaren Tat bekannt. Auch der Wiener Tierschutzverein (WTV) ist von diesem Vorfall schwer erschüttert. Nicht nur von der brutalem Tierquälerei , die sich dort allem Anschein nach abspielte, sondern auch weil sich vier Hunde aus dem WTV in der Obhut der Betroffenen befanden. Der WTV arbeitet daher aktiv an der Aufklärung mit: Seit vergangener Woche wird in Zusammenarbeit mit den Behörden vor Ort fieberhaft versucht, das Schicksal der Hunde, das bis dato noch immer ungewiss ist, zu klären. Genauere Informationen können vermutlich erst nach der Obduktion sämtlicher Tierkadaver, die aktuell in einem Wiener Labor untersucht werden, folgen. "Was dort genau passiert ist und ob, wie medial berichtet, menschliche Erkrankungen hinter der Tragödie stehen, wird noch zu klären sein. Wichtig ist, dass diese Einrichtung sofort geschlossen und über die verantwortliche Person ein absolutes Tierhalteverbot verhängt wird. Ämter, Behörden und Tierschutzeinrichtungen, die der Frau in gutem Glauben Tiere anvertraut haben, müssen über das Schicksal jedes einzelnen Tieres informiert werden", sagt Petrovic.

Behörden sind gefordert

Allerdings sind die Umstände, warum dieser Fall erst so spät ans Licht kam, für die WTV-Präsidentin unerklärlich: "Nach meinen Informationen gab es in der Vergangenheit mehrere Warnungen und Anzeigen aus der Bevölkerung gegen die Betroffene. Auch wurden ihr bereits bei einer Kontrolle vor wenigen Monaten Tiere abgenommen. Daher muss geklärt werden, wie es trotzdem zu diesem tragischen Vorfall kommen konnte. Dass die Behörden so spät reagiert haben, hat sicherlich mit den mangelnden Kontrollen zu tun". Der Vorfall ist für Petrovic zudem ein Aufruf zur Kontrolle privater Tierpflegeeinrichtungen und Gnadenhöfe. Denn fast alle Tierheime kooperieren mit Privatpersonen oder kleineren Vereinen, die bei der Betreuung von bestimmten Tierarten (beispielsweise Igel, Listenhunde, Jungvögel, etc.) helfen. "Das ist notwendig, weil zum Beispiel Tierbabys oder besonders schwierige Hunde besondere Pflege und Aufmerksamkeit brauchen", so Petrovic. Aber weder der WTV, noch die Amtstierärzte und Amtstierärztinnen dürfen solche privaten Einrichtungen ohne weiteres betreten oder kontrollieren, da dies an verfassungsrechtliche Grenzen stößt. "Eine Einschränkung der Grundrechte sollte unbedingt vermieden werden", sagt Petrovic. Die Lösung könnte für die WTV-Präsidentin in vertraglichen Regeln zwischen Behörden und privaten Tierversorgungseinrichtungen liegen. "Die Behörden anerkennen und unterstützen diese Einrichtungen, sofern ihnen vertraglich eine jederzeitige, unangekündigte Kontrollmöglichkeit zugestanden wird", erklärt Petrovic.

Landesweite Zusammenarbeit

Zudem ortet die WTV-Präsidentin dringenden Bedarf an landesweiter Zusammenarbeit. "Über die Tragödie hinaus müssen sich Bund, Länder und Gemeinden in Zukunft mit den großen Tierschutzvereinen zusammentun, um ausreichend Kapazitäten für gesetzlich diskriminierte, abgenommene und beschlagnahmte Tiere zu schaffen", so Petrovic. Denn dieser Vorfall zeigt, dass man sich dabei nicht nur auf Privatpersonen verlassen kann. "Wir werden von unserer Seite alles in unserer Macht stehende tun, um zu verhindern, dass sich so etwas wiederholt", so Petrovic abschließend.

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