Walser/Korun: Innenministerium hält an Verordnungen aus Absurdistan fest

Grüne fordern Reparatur des Staatsbürgerschaftsgesetzes bezüglich Nachweis von Deutschkenntnissen für StaatsbürgerschaftswerberInnen

Wien (OTS) - "Immerhin hat das Innenministerium auf unseren Druck reagiert und erkennt nun offiziell ein österreichisches Maturazeugnis als Nachweis für die Deutschkenntnisse zur Erlangung einer Staatsbürgerschaft an", äußert sich der Grüne Bildungssprecher, Harald Walser, über die Anfragebeantwortung von Innenministerin Johann Mikl-Leitner. Allerdings habe man in scheinbar typisch österreichischer Manier die Gelegenheit zu einer umfassenden Reparatur des Gesetzes nicht genützt und weiterhin mehr Graubereiche offen gelassen als geschlossen. "Es ist nach wie vor nicht möglich, mit einem abgeschlossenen Universitätsstudium wie beispielsweise in Germanistik ohne extra Deutschnachweis zur Staatsbürgerschaft zu kommen", kritisiert Alev Korun, Integrationssprecherin der Grünen, die weiterhin bestehende absurde Regelung. Zudem sei derzeit auch nur eine Matura von österreichischen Schulen anerkannt, völlig ungeklärt bleibt, ob etwa ein deutsches Abitur dann als Sprachnachweis abgelehnt wird.

Den Grünen sind in den letzten Monaten unzählige Fälle von Personen zugegangen, die allesamt muttersprachliches Sprachniveau haben, teilweise sogar selbst Sprachprüfungen abnehmen, aber dennoch einen gesonderten Nachweis ihrer Deutschkenntnisse erbringen müssen. Nicht imstande sah sich das Innenministerium in der Anfragebeantwortung das Wort "muttersprachlich" zu definieren, obwohl dieser Begriff im Gesetz verwendet wird. "Das ist eine Peinlichkeit und eine Ignoranz, die für Menschen, die zweisprachig aufwachsen, aber weitreichende Folgen hat", empören sich Korun und Walser. "Der Innenministerin sind Ergebnisse der Sprachwissenschaft offensichtlich ziemlich egal, weil sie trotz wissenschaftlicher Erkenntnisse, dass diese Art der Deutschsprachtests sogar zu vermindernden Leistungen führen können, einfach ignoriert. Auch Evaluierungen spielen in der Befindlichkeitspolitik der Innenministerin offensichtlich keine Rolle.
Wir leben nach wie vor in Absurdistan, in dem das Wort 'Willkommenskultur' eine bloße Worthülse darstellt", stellen die Grünen Abgeordneten Korun und Walser abschließend fest.

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