Christian Ragger: Bereits im Herbst 2013 HCB-Alarm um Fleisch aus Görtschitztal

Landwirtschaftskammer verschwieg Verdachtsfälle - Chance für viel frühere Aufdeckung des Skandals vergeben

Klagenfurt (OTS) - Der Informationsskandal rund um die Umweltbelastung durch Hexachlorbenzol im Görtschitztal ist um traurige Facetten reicher. "Die Bäuerliche Vermarktung (BVG) in St. Veit wusste bereits im Herbst 2013 aus zwei verschiedenen Quellen von überhöhten HCB-Werten in Fleisch und tat nichts. Jetzt wurde auch von der Agentur für Ernährung und Gesundheit (AGES) bekannt, dass sie Messwertüberschreitungen im März 2014 tatenlos hinnahm", kritisiert der Obmann der Kärntner Freiheitlichen LR Mag. Christian Ragger. Das Labor der AGES in Innsbruck sei im Herbst 2013 von der Erzeugergemeinschaft Rind in Salzburg informiert worden, dass in Fleisch der BVG St. Veit HCB-Grenzwertüberschreitungen in Bezug auf Babynahrung festgestellt worden. Doch die AGES blieb da genauso untätig wie im Frühjahr, als gleich mehrere HCB-Grenzwertüberschreitungen in Milchprodukten anfielen, betont Ragger. "Das Gesundheitsministerium hat jetzt akuten Erklärungsbedarf, warum es nicht im Sinne der Bevölkerung Alarm gegeben hat", stellt Ragger fest.
"Unabhängig davon haben auch in Kärnten einige geschlafen", so Ragger. Denn man hätte dem HCB-Umweltskandal bereits im Herbst 2013 auf die Spur kommen können. So habe der Babynahrungsmittelerzeuger Hipp bei der Bäuerlichen Vermarktung (BVG) den Auftrag für Fleisch von Kälbern und Jungrindern storniert, weil Hipp eine Belastung mit Hexachlorbenzol und Schwermetallen festgestellt hat. "Die war zwar nicht hoch, aber Hipp will Null-HCB-Werte. "Wieso hat die BVG, an welcher die Landwirtschaftskammer beteiligt ist, nicht reagiert und Alarm geschlagen, zumal auch aus Salzburg die HCB-Meldung kam", fragt LR Mag. Ragger.
Zu überprüfen seien dabei die Rollen von Landwirtschafts-kammerpräsident Johann Mössler und des früheren Agrarlandesrates Dr. Wolfang Waldner. "In der Kammer wusste man im Herbst 2013 von der Hipp-Fleischstornierung, vom "Salzburger Problem" und ab März 2013 von den positiven HCB-Milchtests. Und trotzdem schwieg die Kammer, obwohl es um ihre Mitglieder geht. Wer weiß, wieviel HCP-Verpestung dem Görtschitztal erspart werden hätte können, wenn sie ab Herbst 2013 Alarm gerufen hätte und man den Ursachen für die HCB-Belastung auf den Grund gegangen wäre", zeigt Ragger die Dimension dieser Unterlassung auf.
Die Freiheitlichen fordern im Zusammenhang des HCB-Skandals die Rücktritte von LHStv. Dr. Beate Prettner und LR Ralf Holub. Prettner habe als damals zuständige Umweltreferentin, obwohl sie selbst Ärztin ist und daher die Gefahr durch HCB von Anfang an einschätzen konnte, keine HCB-Kontrollen der Blaukalk-Verbrennung angeordnet hat. LR Rolf Holub habe sich als Umweltreferent jahrelang nicht um den Umwelt-Brennpunkt Wietersdorf gekümmert. Auch Landwirtschafkammerpräsident Mössler sei fällig für einen Rücktritt, wenn er die Alarmzeichen vom Herbst 2013 und März 2014 missachtet hat.

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