Museum zur Erinnerung mit Dauerausstellung "Für das Kind" eröffnet

Gendenken an die Rettung von 10.000 Kindern vor den Nazis

Wien (OTS) - Mittwochabend wurde das Museum zur Erinnerung mit der Dauerausstellung "Für das Kind" in der Radetzkystraße 5 im dritten Bezirk feierlich eröffnet. Museum und Ausstellung dienen zum Gedenken an die über 10.000 jüdischen Kinder, die in den Jahren 1938 und 1939 ihre Familien zurückließen um von den Nazis in Österreich, Deutschland, der Tschechoslowakei und Polen nach Großbritannien zu fliehen.

Unter den Gästen waren u.a. der Bundesminister für Kunst und Kultur Josef Ostermayer, der das Museum und die Ausstellung eröffnete, die Generalsekretärin des Nationalfonds Hannah M. Lessing, der Präsident der Israelitischen Kultusgemeinde Wien Oskar Deutsch und Jugendstadtrat Christian Oxonitsch: "Es ist schwer sich vorzustellen was diese Kinder durchmachen mussten. Viele von ihnen waren zu klein um zu verstehen warum ihre Eltern sie nach England schickten. Als der Krieg vorbei war waren die meisten Angehörigen von den Nazis ermordet worden. Dieser Ort ist dem Gedenken all dieser schlimmen Schicksale gewidmet, aber er steht auch für außergewöhnliches Engagement und Zivilcourage. Die Menschen die die Kindern nach England brachten setzten ihr Leben aufs Spiel und mussten außerdem für jedes Kind eine Pflegefamilie finden."

Ausstellung mit gerahmten Drucken und einer Skulptur

Die von den Künstlerinnen Rosie Potter und Patricia Ayre gestalteten 23 Drucke der Ausstellung zeigen jeweils ein Köfferchen mit den verschiedenen Besitztümern der Kinder. Jedes Kind durfte nur einen Koffer mitnehmen. Der Inhalt war streng vorgeschrieben. Es durften keine Schmuck- oder Wertgegenstände, kein Geld, Musikinstrumente oder Kameras mitgenommen werden. Meist fuhren die Züge mitten in der Nacht ab, und die Eltern erfuhren von dem Termin erst kurz davor. So gab es keine Zeit für lange Verabschiedungen. Mehr als zwei Drittel der geretteten Kinder haben ihre Eltern nie wieder gesehen.

Zum Gedenken an die Rettung steht eine Skulptur in der Liverpool Street Station in London wo die Züge ankamen, eine in Prag am Bahnhof und eine in Wien am Westbahnhof, von wo die Kinder wegfuhren. Zu dieser von der Künstlerin Flor Kent gestalteten Serie gehört auch die Skulptur "das Mädchen Naomi" im Hof des Hauses der Radetzkystraße.

Das Haus hat auch eine historische Geschichte zu diesem Thema. Hier haben 380 Jüdinnen und Juden im Massenquartier gewohnt, bevor sie ins Vernichtungslager deportiert wurden. Ein Stein der Erinnerung vor dem Haus erinnert daran. Dr. Rudolf Schweinhammer, Geschäftsführer von BeLLeArTi, hat die Räumlichkeiten zur Verfügung gestellt.

Öffnungszeiten
Mo - Do von 08:30 bis 16:00 Uhr und Fr von 09:00 bis 12:30 Uhr

Adresse:
Radetzkystraße 5 in 1030 Wien

Weitere Informationen unter:
http://www.bellearti.at/museum-der-erinnerung/

Pressebilder demnächst unter http://www.wien.gv.at/pressebilder abrufbar.

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Mag. Florian Weis
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