Greenpeace: HCB-Emission war 8000-fach höher als in Sondermüllverbrennungsanlage

Unterschriftenaktion zur Vermeidung weiterer Gift-Skandale gestartet

Wien (OTS) - Wie Greenpeace-Recherchen ergeben haben, waren die HCB-Emissionen bei der Blaukalk-Verwertung im Kärntner Zementwerk Wietersdorfer & Peggauer 8000-fach höher als im Normalbetrieb der einzigen ausschließlichen Sondermüllverbrennungsanlage Österreichs in Wien-Simmering. Zudem hat die Recherche ergeben, dass der Betreiber der Simmeringer Anlage, die Wien Energie, freiwillig HCB-Emissionen misst, obwohl auch in Wien kein HCB-Grenzwert festgeschrieben worden ist.

Konkret wurden in Wien HCB-Emissionswerte zwischen 0,8 und 1,4 Nanogramm pro Normkubikmeter gemessen. Die bisher einzige bekannte HCB-Messung aus Klein St. Paul hat einen Wert von 8 Mikrogramm pro Normkubikmeter ergeben, also das 8.000-fache. "Dabei ist zu befürchten, dass es sich bei den 8 Mikrogramm nicht um die maximale Konzentration in den letzten zwei Jahren handelt", erläutert Greenpeace-Chemiker Herwig Schuster: "Allein dieser Vergleich bestätigt unsere Meinung, dass es von Anfang an falsch war, derart Gift-hältigen Abfall in einer Zementanlage zu verbrennen."

Greenpeace hat unterdessen eine Unterschriftenaktion für gesunde Lebensmittel und zur Vermeidung weiterer Gift-Skandale gestartet. Greenpeace sammelt damit Unterstützung aus der Bevölkerung für ein Forderungspaket an alle Landeshauptleute und die Bundesregierung. Konkret wird unter anderem eine sofortige Überprüfung aller Bescheide für Zementwerke gefordert, mit denen die Giftmüllentsorgung genehmigt wurde, sowie eine umfassende Überprüfung der Lebensmittel, die in der Nähe dieser Werke produziert werden.

Die Greenpeace-Unterschriftenaktion finden Sie unter folgendem Link:
http://www.greenpeace.org/austria/hcb/#a3

Rückfragen & Kontakt:

Herwig Schuster, Chemiker bei Greenpeace CEE, Tel.: +43 (664) 431 92 14
Christine Gebeneter, Pressesprecherin bei Greenpeace CEE, Tel.: +43 (664) 857 45 98

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