Medizinabsolventen: Ärztekammer sieht sich in ihren Warnungen bestätigt

Großteil der in Österreich Studierenden kehrt Österreich nach Promotion den Rücken - Ärztemangel droht

Wien (OTS) - Die Ärztekammer sieht sich durch die Befragung ausländischer Medizinstudenten an österreichischen Universitäten zur weiteren Berufstätigkeit in ihren Warnungen hinsichtlich eines drohenden Ärztemangels in Österreich bestätigt. Laut der Befragung sind 79 Prozent der deutschen Absolventen und 56 Prozent der übrigen Absolventen mit ausländischem Maturazeugnis nicht in Österreich berufstätig. ****

Ärztekammerpräsident Thomas Szekeres wertet es als "alarmierendes Zeichen", dass der überwiegende Teil ausländischer Medizinpromoventen wieder in ihr Heimatland zurückgeht und Österreich offensichtlich nicht als attraktiven Arbeitsmarkt für Mediziner ansieht. Er ortet vor allem in der mangelhaften postpromotionellen Ausbildung, fehlenden Karrieremodellen sowie einer Überbürokratie in Österreich die Hauptgründe für die fatale Entwicklung.

Seit Langem warnt die Ärztekammer vor dem drohenden Ausverkauf des ärztlichen Arbeitsmarkts in Österreich. "Nun bekommt die verantwortliche Politik die ernüchternde Rechnung für ihre jahrelangen Versäumnisse präsentiert", so Szekeres, der aufgrund der parallel zu erwartenden Pensionierungswelle in den kommenden Jahren ein massiven Ärztemangel auf Österreich zukommen sieht: "Wir kennen die teils sehr langen Wartezeiten in den Kassenordinationen. Wir wissen um die Probleme von Nachbesetzungen von Kassenordinationen vor allem in ländlichen, mittlerweile aber auch immer mehr im urbanen Bereich. Und wir sind täglich konfrontiert mit überfüllten Spitalsambulanzen."

Jetzt liegen erstmals Daten darüber vor, wie wenig attraktiv der Arbeitsplatz Österreich auch für ausländische Mediziner ist. Es sei daher "höchst an der Zeit", effektive Gegenmaßnahmen zu setzen. Szekeres nennt hier vor allem den raschen Abbau von Bürokratie in den Spitälern durch eine flächendeckende Einführung von Administrationsassistenten, attraktivere Arbeitszeitmodelle für Spitalsärzte sowie moderne und leistungsgerechte Honorarkataloge für die niedergelassenen Ärztinnen und Ärzte. (hpp)

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