Katar: Es geht auch anders - erstes Umdenken hat begonnen

Durch Porr-Engagement verbessern sich Arbeits- und Lebensbedingungen der Bauarbeiter in Katar

Wien (OTS/ÖGB) - Ein persönliches Bild machte sich Josef Muchitsch, Bundesvorsitzender der Gewerkschaft Bau-Holz (GBH), von den Zuständen auf Baustellen in Katar. Gemeinsam mit Porr-Verantwortlichen und Betriebsräten wurden Baustellen des Bauunternehmens in Katar besucht. Bekanntlich wurde die Porr mit lokalen Partnern im Juni 2013 mit der Errichtung der U-Bahn-Linie "Green Line" in Katar betraut. Die PORR verantwortet 50 Prozent des Gesamtprojekts mit einem anteiligen Auftragsvolumen von 945 Mio. Euro. Seit September 2013 wird an der 16,6 km langen Doppel-Tunnelröhre gearbeitet.

Muchitsch: "Eines vorweg, die bisherigen toten Bauarbeiter in Katar sind leider Fakt und können nicht verleugnet werden. Was sich jedoch, auch dank unserer internationalen Kampagne, geändert hat, sind die Sicherheits-, Arbeits- und Lebensbedingungen der Bauarbeiter auf öffentlichen Baustellen in Katar. Davon konnte ich mich persönlich auf Baustellen und in Arbeitscamps vor Ort überzeugen."

Auch Porr-Vorstand Karl-Heinz Strauss bestätigt: "Die Bedingungen für die Arbeiter auf öffentlichen Baustellen in Katar waren gut, haben sich in letzter Zeit aber noch weiter verbessert. Bei uns in der Porr ist Arbeitssicherheit seit Jahrzehnten ein zentrales Thema und wir verfolgen ein Ziel - Null Unfälle auf unseren Baustellen. Das gilt natürlich auch in Katar: Wir haben von Anfang an auf internationale Standards gesetzt. Vor zwei Wochen haben wir beispielsweise 6.000 Arbeiter unserer ARGE einen ganzen Tag in Sachen Arbeitssicherheit in Katar geschult. Mit solchen Aktivitäten übernehmen wir eine klare Vorreiterrolle. Auch mit unserer bisherigen Unfallstatistik. Bei 7,2 Mio. Arbeitsstunden auf unseren Baustellen in Katar gab es bis dato lediglich einen Arbeitsunfall - noch immer einer zu viel, aber ich denke, wir sind auf einem sehr guten Weg."

Die Infrastrukturmaßnahmen in Katar werden gebaut - mit oder ohne Fußball-WM 2022. Muchitsch fordert jedoch, dass zukünftig schon bei der Vergabe eines Sportgroßevents internationale und soziale Standards im betreffendem Land Voraussetzung zur Vergabe sein müssen:
"Es kann nicht sein, dass Arbeiter sterben müssen und es nur durch internationale Protestkampagnen zu einem Umdenken seitens des Austragungslandes kommt."

Auf vielen privaten Baustellen herrschen in Katar leider noch immer bedenkliche Zustände, die weiter aufgezeigt werden müssen. Muchitsch:
"Dass in Katar auch mit internationalen menschlichen Sicherheitsstandards erfolgreich gebaut werden kann, zeigt die Firma Porr. Wir werden die Bauaktivitäten in Katar weiter beobachten und dafür sorgen, dass bedenkliche Zustände aufgezeigt und verbessert werden."

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