ÖIAG: ASFINAG-Beschäftigte bereit zum Widerstand gegen Privatisierung

Grünerbl: Ungewissheit für die Beschäftigten beenden: Keine Eingliederung in eine ÖIAG "alt" oder "neu"

Wien (OTS/ÖGB) - "Wir sind bereit, gegen eine Eingliederung der ASFINAG in die ÖIAG und eine in diesem Zusammenhang kolportierte 49-prozentige Privatisierung zu kämpfen", betont ASFINAG-Konzernbetriebsratsvorsitzender Roman Grünerbl einmal mehr:
"In zahlreichen Gesprächen und Informationsveranstaltungen mit unseren Beschäftigten hat sich gezeigt, dass die 2.600 ASFINAG-Beschäftigten entschlossen hinter uns stehen im Kampf gegen eine drohende Vernichtung unserer Arbeitsplätze und der Qualität des österreichischen Straßennetzes durch die drohende Privatisierung". "Sollte sich abzeichnen, dass wir das ÖIAG-Schicksal mit den Beschäftigten von den ÖBB teilen müssen, werden wir auch gemeinsam in den Arbeitskampf ziehen", erklärt Grünerbel. ++++

Niemand will in eine staatliche Privatisierungsgesellschaft, aus der in den letzten Jahren außer Versilberung von Volksvermögen, Managerskandalen und Arbeitsplatzvernichtung kaum etwas zu vernehmen war. "Wir zweifeln stark an, dass eine zweite ÖIAG-Gesellschaft daran etwas ändern würde, und fühlen uns beim Verkehrsministerium sehr gut aufgehoben. Es wäre absoluter Schwachsinn, wenn man die österreichische Verkehrsplanung vom Straßenbau trennen würde. Mit der Übertragung der ASFINAG in eine ÖIAG würde nur künstlich eine Managementebene eingezogen, die doppelten Bürokratieaufwand verursachen und auf den Verkauf von österreichischen Straßen und Autobahnen zur Budgetsanierung schielen würde", so Grünerbel weiter.

Eine Privatisierung der ASFINAG erachtet der Konzernbetriebsrat der ASFINAG auch für die StraßenbenützerInnen als absolut unzumutbar. Sie hätten sicherlich kein Verständnis dafür, wenn sich in Zukunft durch einen zusätzlichen Verwaltungsapparat über der ASFINAG die Mautgebühren verteuern und unrentable Straßenprojekte in ländlichen Regionen auf Eis gelegt würden.

"Irgendwer wird dafür bezahlen müssen", erinnert der Zentralbetriebsratsvorsitzende: "Wie die ÖIAG-Skandale im Zusammenhang mit den Privatisierungen von Post, Telekom Austria, Austria Tabak, OMV und AUA zeigten, haben immer die ArbeitnehmerInnen mit Arbeitsplatzverlust oder niedrigeren Löhnen und Gehältern und letztendlich auch die BürgerInnen dieses Landes die Zeche bezahlt. Dabei werden Betriebsräte und Gewerkschafter nicht zusehen." Es sei schon zu viel Volksvermögen mit ÖIAG-Teilprivatisierungen für kurzfristige Budgeteffekte ohne Nachhaltigkeit vergeudet worden. Laut einer Studie der Arbeiterkammer waren das bis zu 1,8 Milliarden Euro alleine bei OMV, Post und Telekom Austria.

"Deshalb wollen wir weder in die ÖIAG "alt" noch in die ÖIAG "neu", bekräftigt der Konzernbetriebsratsvorsitzende. Die Menschen wissen das hochwertige Straßennetz in Österreich zu schätzen, dessen Qualität der Arbeit unserer Beschäftigten zu verdanken ist. Die ASFINAG ist der Beweis dafür, dass in öffentlichem Eigentum stehende Unternehmen mit dem entsprechenden Management und dem Engagement der Beschäftigten effizient arbeiten", betont Grünerbl.

"Die Bundesregierung darf die ASFINAG-Belegschaft nicht länger im Regen stehen lassen. Wir fordern von der Bundesregierung, die ÖIAG-Eingliederungsideen gleich wieder zu vergessen und die Beschäftigten in Ruhe weiter ihren Job machen zulassen", unterstützt der stv. Bundesgeschäftsführer der GPA-djp, Karl Proyer, die Haltung des ASFINAG-Konzernbetriebsrates.

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