Ergebnisse der KLRSEX-Jugendbefragung Jugendliche wollen gratis Verhütung und bessere Infos!

Die BJV präsentierte heute die Befragungsergebnisse und übergab sie an die Bundesministerinnen Gabriele Heinisch-Hosek und Sophie Karmasin.

Wien (OTS) - Im Rahmen der Kampagne RDN WR KLRSEX hat die Bundesjugendvertretung (BJV) eine Postkarten-Aktion für Jugendliche durchgeführt und deren Wünsche und Bedürfnisse rund um die Themen Verhütung, Sexualität und Information eingeholt. Insgesamt haben sich 1.210 junge Menschen aus ganz Österreich an der Befragung beteiligt. Heute wurden die Ergebnisse im Parlament präsentiert und an die Bundesministerinnen Gabriele Heinisch-Hosek und Sophie Karmasin übergeben.

Ergebnisse

Bei der Postkarten-Aktion fragte die BJV zunächst den Stellenwert von drei Themenbereichen unter Jugendlichen ab: billigere Verhütungsmittel, Infos in der Schule und Beratung in der Nähe. Billigere Verhütungsmittel schnitten ganz klar am besten ab: 64% der Jugendlichen sprachen sich dafür aus. Hier liegt offenbar ein großer Bedarf vor. An zweiter Stelle liegt mit 42% der Wunsch nach mehr Workshops und Infos in der Schule. 23% heben den Bedarf nach mehr Beratung in der Nähe hervor, aber vorrangig wollen Jugendliche in der Schule Informationen zum Thema Sexualität erhalten.

Zusätzlich konnten Jugendliche noch Forderungen und Statements anführen, die ihnen wichtig sind. Auch hier liegt der Wunsch nach günstigen Verhütungsmitteln eindeutig vorne. Das zeigt, dass die Frage nach billigeren Verhütungsmitteln Jugendlichen noch zu wenig weit geht: Sie wünschen sich ganz klar gratis Verhütungsmittel. Außerdem wird der anonyme Zugang zu Verhütungsmitteln betont. Besonders wichtig ist jungen Menschen ein neuer Zugang zu Sexualpädagogik in der Schule, wo Themen wie Homo-, Bi- und Transsexualität behandelt und auch externe Personen hinzugezogen werden sollen. Aber auch mehr Unterstützung für Eltern ist gefragt. Problematisch ist für junge Frauen, dass es für sie nicht immer möglich ist, zu weiblichen Frauenärztinnen zu gehen. Hier gibt es offenbar einen Mangel, v.a. was Kassenärztinnen anbelangt.

Kostenlose Verhütungsmittel zur Verfügung stellen!

Als zentrales Ergebnis der KLRSEX Befragung ist der Bedarf nach gratis Verhütungsmittel einzustufen. "Für uns ist dieser Wunsch nachvollziehbar. Viele Jugendliche können sich zum Beispiel die Pille nicht leisten", erklärt Laura Schoch. Dieses Anliegen muss von der Politik ernst genommen werden, fordert die Vorsitzende: "Finanzielle Hürden dürfen kein Grund sein, dass Jugendliche nicht verhüten! Es muss die Möglichkeit geschaffen werden, jungen Menschen Verhütungsmittel kostenfrei zur Verfügung zu stellen."

Ausbau von Sexualpädagogik in der Schule!

Das sich 42% der Jugendlichen für mehr Workshops und Infos zum Thema Sexualität in der Schule aussprechen, belegt den Bedarf nach einem Ausbau der Sexualpädagogik, auf den die BJV in ihrer KLRSEX-Kampagne hinweist. "Bis jetzt kommt das Thema Sexualität in der Schule nur unzureichend vor, meist nur in Fächern wie Biologie oder Religion, was sehr einseitig ist. Hier gibt es ganz klar Aufholbedarf", betont Laura Schoch.

Mehr Unterstützung für Eltern!

Dass Eltern mit dem Thema oft überfordert sind, wissen Jugendliche aus eigener Erfahrung. Darum haben sie auch in der Umfrage angegeben, es brauche Informationen für Eltern, wie sie mit ihren Kindern am besten über das Thema sprechen können bzw. Coachings für Eltern. "Wie wir auch aus unserem KLRSEX-Elternabend wissen, wünschen sich Eltern mehr Kompetenzen. Das Thema Sexualität im Zusammenhang mit Jugendlichen löst immer wieder Angst und Unsicherheiten aus. Das muss sich endlich ändern. Es ist höchste Zeit, dass Sexualität kein Tabu mehr ist, sondern als ein Lebensbereich wie andere behandelt wird", betont Schoch.

Mehr weibliche Frauenärztinnen!

Ein eher überraschender Aspekt der Befragung ist der Bereich der ärztlichen Versorgung. Es hat sich gezeigt, dass es offenbar einen Mangel an weiblichen Frauenärztinnen gibt, v.a. mit Kassenverträgen. Dieser Schieflage muss aus Sicht der BJV gegengesteuert werden, erklärt Laura Schoch: "Gerade die ersten Frauenarztbesuche sind mit vielen Unsicherheiten verbunden. Das Gesundheitssystem muss gewährleisten, dass alle Frauen weibliche Frauenärztinnen in Anspruch nehmen können."

Fazit

"Jugendliche wollen verantwortungsvoll mit ihrer Sexualität umgehen. Dazu braucht es die entsprechenden Rahmenbedingungen. Unsere Jugendbefragung zeigt klaren Bedarf an kostenlosen Verhütungsmittel und mehr Informationen in der Schule auf. Außerdem müssen Eltern und PädagogInnen im Umgang mit dem Thema unterstützt werden. Wir fordern die zuständigen Ministerinnen Gabriele Heinisch-Hosek, Sophie Karmasin und Sabine Oberhauser auf, diese Ergebnisse als Auftrag zu sehen und auf ihre Agenda zu setzen. Das gemeinsame Ziel muss sein, junge Menschen in ihrem Körper, Wohlbefinden und im Umgang mit ihrer Sexualität zu stärken", betont Schoch abschließend.

Weitere Informationen zur KLRSEX-Kampagne sind auf der Website www.klarsex.at zu finden.

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