Christian Ragger: Zwei Kernfragen im Umweltskandal von Wietersdorf

Warum wurde HCB nicht gemessen? Wieso blieb unsachgemäße Verbrennung jahrelang unentdeckt?

Klagenfurt (OTS) - Für den Obmann der Kärntner Freiheitlichen LR Mag. Christian Ragger gibt es im Umweltskandal von Wieterdorf zwei Kernfragen. Warum wurde zwei Jahre nicht gemessen, ob das Umweltgift Hexachlorbenzol tatsächlich, wie geplant durch die Verbrennung vernichtet wird. Bei der Krisensitzung am Montag habe der Leiter der Umweltabteilung DI Harald Tschabuschnig die Sachverständigen dafür verantwortlich gemacht. Die Gutachter hätten regelmäßige HCB-Kontrollmessungen nicht verlangt.
"Es ist im Rückblick unfassbar, dass niemand auf diese Idee kam. Denn alle Beteiligten haben den Bericht des Umweltbundesamtes über den HCB-verseuchten Blaukalk vom 6.11.2003 gekannt. Darin heißt es wörtlich: "Diese chlorierten Kohlenwasserstoffe (dabei wird HCB ausdrücklich erwähnt) weisen aufgrund ihrer stofflichen Eigenschaften ein sehr hohes Gefährdungspotenzial auf. Das Schadstoffpotenzial ist insgesamt als äußerst hoch zu bewerten." Man wusste also, so Ragger, wie gefährlich HCB ist, und trotzdem hat kein Experte und niemand aus dem Umfeld der damals dafür zuständigen LhStv Dr. Beate Prettner an eine regelmäßige Überprüfung gedacht", wundert sich Ragger. Erschüttert ist er auch darüber, dass das Werk Wietersdorf den HCB-verseuchten Blaukalk von Anbeginn an nicht korrekt verfeuert habe (Laut aktuellem Bericht wurden 95 % im falschen Verbrennungsbereich entsorgt).
"Warum fiel das zwei Jahre nicht auf", das sei laut Ragger die zweite Kernfrage in dieser Causa.
"Obwohl es um eine hohe Gefahr für die Bevölkerung ging, haben alle darauf bedingungslos vertraut, dass alles korrekt abläuft", stellt Ragger fest.
Das engmaschige Kontrollnetz, das jetzt aufgezogen wird, hätte man von Anbeginn an vorsehen müssen. Dann wäre der Bevölkerung viel erspart geblieben.
Ragger stellt abschließend die Frage, welche Rolle die Umweltmedizin bei der genehmigten Müllverbrennung in Wietersdorf gespielt hat, zumal der Bevölkerung neben HCB ein ganzer Cocktail anderer Giftstoffe, wenn auch in geringen Dosen zugemutet wurde. "Wie schaute der Beitrag der heutigen Sanitätsdirektorin Dr. Ilse Oberleitner bei der Bescheiderstellung 2010 und jener der damaligen Landesumweltärztin Dr. Elisabeth Mathiaschitz im Zusammenhang mit der erstmaligen Zulassung der Problemstoffverbrennungen in Wietersdorf 2003 aus"?

(Schluss)

Rückfragen & Kontakt:

Die Freiheitlichen in Kärnten - FPÖ
9020 Klagenfurt
Tel.: 0463/56 404

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | FLK0003