„Der lange Weg nach Europa – 20 Jahre EU-Beitritt Österreichs“

Auftakt des ORF-TV-Programmschwerpunkts am 10. Dezember

Wien (OTS) - Im Rahmen des ORF-Programmschwerpunkts "20 Jahre EU-Beitritt Österreichs" zeigt ORF 2 vom 10. bis 17. Dezember 2014 drei in HD produzierte "Menschen & Mächte"-Dokumentationen, die das 20-Jahr-Jubiläum des Beitritts zum Anlass nehmen, Österreichs langen Weg in die Europäische Union, Europas künftige Entwicklungsperspektiven und das ambivalente Verhältnis der Nachbarn Deutschland und Österreich zu thematisieren.

Am 1. Jänner 1995 - vor 20 Jahren - tritt Österreich der Europäischen Union bei. Der erste österreichische EU-Bürger wird eine Sekunde nach Mitternacht geboren. Er heißt Patrik. Zuvor hatten 66 Prozent der Österreicherinnen und Österreicher für einen Beitritt zur EU gestimmt. Dem waren dramatische Verhandlungen, ein emotionaler Wahlkampf und Jahrzehnte auf einem langen Weg vorausgegangen, wie Gerhard Jelineks "Menschen & Mächte"-Dokumentation "Der lange Weg nach Europa - 20 Jahre EU-Beitritt Österreichs" - eine Produktion von ORF, Metafilm und BMBF in Zusammenarbeit mit Wirtschaftskammer Österreich, Vereinigung der Österreichischen Industrie und Landwirtschaftskammer Österreich - am Mittwoch, dem 10. Dezember, um 22.30 Uhr in ORF 2 zeigt. Um 23.25 Uhr folgt die "WELTjournal +"-Dokumentation "Schnelles Geld - Der Ausverkauf Europas".

Noch mehr Länderübergreifendes: Wolfgang Stickler begibt sich in "Die ungleichen Geschwister" am Donnerstag, dem 11. Dezember, um 21.05 Uhr in ORF 2 auf einen heiter-ironischen, augenzwinkernden Streifzug durch die ambivalenten Beziehungen zwischen den ungleichen und doch wieder ähnlichen Nachbarn Deutschland und Österreich. Und Klaus Unterberger blickt in "Vision Possible - Zukunftsprojekt Europa" am Mittwoch, dem 17. Dezember, um 22.30 Uhr in ORF 2 in die Zukunft und stellt die Frage, wie die Lebensrealität in Europa in etwa 50 Jahren aussehen könnte.

"Der lange Weg nach Europa - 20 Jahre EU-Beitritt Österreichs" - Ein Film von Gerhard Jelinek

In der Nacht auf den 2. März 1994 gingen die Verhandlungen über den Beitritt Österreichs zur Europäischen Union zu Ende. Es war eine dramatische Nachtsitzung. Die Gespräche standen mehrmals kurz vor dem Scheitern. Die österreichische Delegation überlegte sogar den Abbruch der Gespräche. Minutiös wird dieser Countdown von 1994 nacherzählt. Mit den dramatischen Schilderungen dieser Nacht durch Zeitzeugen - u. a. von Franz Vranitzky, Ferdinand Lacina, Wolfgang Schüssel, dem damaligen deutschen Außenminister Klaus Kinkel, dem französischen Europaminister Alain Lamassoure, Brigitte Ederer und Erhard Busek -beginnt die TV-Dokumentation über Österreichs langen Weg nach Europa, der schon vor Abschluss des Staatsvertrags mit der Einbindung in das Marshall-Plan-Programm ab 1947 begonnen hat.

"Brüssel wollte uns nicht", beschreibt EU-Chefverhandler Manfred Scheich die Stimmung vor Beginn der letzten Verhandlungsrunde im Februar 1994. Der damalige Bundeskanzler Franz Vranitzky erinnert sich: "Es war keine g'mahte Wies'n." Experten wie der Politologe Anton Pelinka und der Historiker Michael Gehler sowie Zeitzeugen wie Bundespräsident Heinz Fischer, der ehemalige Kabinettschef von Julius Raab, Ludwig Steiner, und EU-Botschafter Manfred Scheich ordnen die Ereignisse in einen geschichtlichen Zusammenhang ein. Die Widerstände Italiens gegen einen Beitritt Österreichs zur EWG in den 1960er Jahren wurzelten im schwelenden Südtirol-Konflikt. Frankreichs Ressentiments gegen den "dritten deutschen Staat" in der EU konnten nur langsam überwunden werden und ein "Njet" der damals noch existierenden Sowjetunion bleibt erst unter Michael Gorbatschow aus.

An Originalschauplätzen werden Fenster in die Zeitgeschichte geöffnet. Die handelnden Personen von damals berichten, wie es tatsächlich war und erzählen über die Hintergründe der Entscheidung. Es sind prägende Momente der Geschichte, die hier lebendig werden. Es ist die Geschichte einer "Landmark" (Heinz Fischer), einer politischen Weichenstellung und eines langen Weges, der noch nicht zu Ende beschritten ist.

WELTjournal +: "Schnelles Geld - Der Ausverkauf Europas"

Um ihre Haushalte zu sanieren, versuchen viele europäische Länder ihr Staatseigentum zu Geld zu machen. Zum Verkauf stehen Wälder und Inseln genauso wie historische Gebäude. Doch vielerorts regt sich Widerstand gegen diesen Ausverkauf Europas. Das "WELTjournal +" zeigt um 23.25 Uhr, wie im krisengeschüttelten Griechenland unberührte Inseln an ausländische Investoren verpachtet werden, die dort Luxusresorts bauen wollen. In Irland soll praktisch der gesamte Waldbestand privatisiert werden. Chinesische Millionäre kaufen historische Weingüter in Frankreich zu Höchstpreisen. In Paris sollte ein geschichtsträchtiges Palais an der Place de la Concorde in Paris privatisiert und zu einem Hotel umfunktioniert werden. Auch ein Fall aus Österreich ist dokumentiert: 2011 versuchte die Bundesimmobiliengesellschaft, zwei Osttiroler Berge zu Geld zu machen: Eine deutsche Agentur wollte die Berge kaufen und für Werbezwecke nutzen. Erst nach massiven Protesten sprangen die Bundesforste als Käufer ein.

Die angeführten Dokumentationen sind nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage auf der Video-Plattform ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) als Video-on-Demand abrufbar und werden auch als Live-Stream angeboten.

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