Opferkonkurrenzen. Debatten um den Völkermord an den Sinti und Roma.

Simon Wiesenthal Lecture Karola Fings

Wien (OTS) - 1992 beschloss die Regierung der Bundesrepublik Deutschland, den Opfern des Völker- mordes an den Sinti und Roma ein eigenes Denkmal zu widmen. Mitten in Berlin, nahe des ehemaligen Reichstagsgebäudes, wurde im Oktober 2012 das von dem Künstler Dani Karavan gestaltete Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma Europas eingeweiht. Die zwanzigjährige Planungs- und Bauphase war begleitet von Diskussionen über den Stellenwert der NS-Verfolgung von "Zigeunern" im Vergleich zum Holocaust. Als Höhepunkt gilt die publizistisch ausgetragene Kontroverse zwischen Yehuda Bauer, damals Leiter der International School for Holocaust Studies in Yad Vashem, und Romani Rose, dem Vorsitzenden des Zentralrats Deutscher Sinti und Roma. In dem Vortrag werden die Debatten vor dem Hintergrund neuerer Forschungsergebnisse zum Völkermord an den Sinti und Roma kritisch reflektiert.

Karola Fings ist Historikerin, stellvertretende Direktorin des NS-Dokumentationszentrums der Stadt Köln und Lehrbeauftragte an der Universität zu Köln. Sie promovierte 2002 an der Heinrich-Heine-Universität Düsseldorf mit ihrer Studie Krieg, Gesellschaft und KZ. Himmlers SS-Baubrigaden. Seit mehr als zwei Jahrzehnten forscht, publiziert und lehrt sie über die NS-Verfolgung von Sinti und Roma. Zu den jüngsten Veröffentlichungen zählen Zigeunerverfolgung im Rheinland und in Westfalen 1933-1945. Geschichte, Aufarbeitung und Erinnerung (hrsg. zusammen mit Ulrich F. Opfermann, 2012) und 2013 ihr Artikel A "Wannsee Conference" on the Extermination of the Gypsies? New Research Findings Regarding 15 January 1943 and the Auschwitz Decree in der Zeitschrift Dapim.

Moderation: Éva Kovács (VWI)

Opferkonkurrenzen. Debatten um den Völkermord an den Sinti und Roma.

Simon Wiesenthal Lecture

Karola Fings

1992 beschloss die Regierung der Bundesrepublik Deutschland, den
Opfern des Völker- mordes an den Sinti und Roma ein eigenes Denkmal
zu widmen. Mitten in Berlin, nahe des ehemaligen Reichstagsgebäudes,
wurde im Oktober 2012 das von dem Künstler Dani Karavan gestaltete
Denkmal für die im Nationalsozialismus ermordeten Sinti und Roma
Europas eingeweiht. Die zwanzigjährige Planungs- und Bauphase war
begleitet von Diskussionen über den Stellenwert der NS-Verfolgung
von ‚Zigeunern‘ im Vergleich zum Holocaust. Als Höhepunkt gilt die
publizistisch ausgetragene Kontroverse zwischen Yehuda Bauer, damals
Leiter der International School for Holocaust Studies in Yad Vashem,
und Romani Rose, dem Vorsitzenden des Zentralrats Deutscher Sinti
und Roma. In dem Vortrag werden die Debatten vor dem Hintergrund
neuerer Forschungsergebnisse zum Völkermord an den Sinti und Roma
kritisch reflektiert.

Datum: 11.12.2014, 18:30 - 20:00 Uhr

Ort:
Haus-, Hof- und Staatsarchiv Dachfoyer
Minoritenplatz 1, 1010 Wien

Rückfragen & Kontakt:

Wiener Wiesenthal Institut für Holocaust-Studien (VWI)
Dr. Jana Starek
Tel.: +43-1-890 15 14-300
E-mail: office@vwi.ac.at
www.vwi.ac.at

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