Schultes: Mountainbiker im Wald - ja, wenn Rechte und Pflichten klar geregelt sind

Resolution der LK Österreich zum Thema "Radfahren im Wald" beschlossen

Wien (OTS) - "Die Forderung einzelner Vertreter der Mountainbiker-Szene nach einer totalen Öffnung des Waldes für ihre Zwecke ist völlig kontraproduktiv. Forststraßen sind primär Arbeitsstätten für eine nachhaltige Waldbewirtschaftung. Es wird dort Holz gelagert, aber auch Seilgeräte zur bodenschonenden Holzernte sind hier aufgestellt. Hinzu kommen Lkws für den Holztransport, die die gesamte Straßenbreite benötigen. Eine völlige Freigabe der Forststraßen für Freizeitradler ist daher allein aus Sicherheitsgründen abzulehnen", verweist LK-Präsident Hermann Schultes auf die vor Kurzem beschlossene Resolution der Landwirtschaftskammer Österreich zum Thema "Radfahren im Wald nur auf vertraglicher Basis".

Jedem Menschen stehe es zwar laut § 33 des Forstgesetzes frei, den Wald zu Erholungszwecken zu betreten. Der Wald habe aber weitere wichtige Wirkungen zu erfüllen. So schütze er den Boden vor Erosion sowie Gebäude und Infrastruktur vor Steinschlag und Lawinen, hält Schultes fest.

"Der Wald ist Lebensraum für Pflanzen und Tiere und bringt durch die harte Arbeit der Eigentümer den nachwachsenden Rohstoff Holz hervor, durch dessen Verwendung CO2 gespeichert und damit ein wertvoller Beitrag zum Klimaschutz geleistet wird. Um alle diese Wirkungen sicherzustellen, ist für die bäuerliche Interessenvertretung klar, dass nicht jedermann im Wald tun kann, was er will und das gilt auch für alle Freizeitradler", unterstreicht der LK-Präsident.

"Rund 25.000 km naturverträglich ausgewiesene Mountainbike-Routen gibt es heute bereits aufgrund privatrechtlicher Regelungen. In touristisch intensiv genutzten Regionen kommen jährlich zusätzliche Radrouten dazu. Im Rahmen von privatrechtlichen Verträgen sind auch alle Haftungsfragen bestens gelöst. Gerade in einem Gebirgs- und Tourismusland wie Österreich würde daher eine weitere Öffnung des Waldes zu massiven Bewirtschaftungs-Einschränkungen, aber auch zusätzlichen Konflikten führen. Wir wissen außerdem, dass sich der überwiegende Teil der Erholungssuchenden im Wald auch durch Mountainbiker immer mehr belästigt fühlt", ergänzt Franz Titschenbacher, Vorsitzender des Ausschusses für Forst- und Holzwirtschaft der LK Österreich und Präsident der LK Steiermark.

"Für die LK Österreich kommt eine Änderung des Forstgesetzes im Hinblick auf eine totale Öffnung für Mountainbiker nicht in Frage, weil damit in Summe zu viele negative Auswirkungen auf Menschen und Natur verbunden sind. Unsere Lösung des Problems im Hinblick auf eine gewünschte Erweiterung von Mountainbike-Routen in heimischen Wäldern wäre ausschließlich eine Ausweitung der vertraglichen Lösungen mit den Waldeigentümern. Schließlich liegt die Verantwortung beim Forstbesitzer, in Österreich kann nur der Eigentümer selber darüber entscheiden", so Schultes.
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