Wien Holding: Ein Drittel weniger Prämien als in Privatwirtschaft

Einheitlicher Standard auf Geschäftsführungsebene bereits umgesetzt - Stadtrechnungshof-Empfehlungen zur weiteren Verbesserung wird nachgekommen

Wien (OTS) - Der Stadtrechnungshof Wien hat die Prämiengebarung in der Wien Holding und ihren Unternehmen geprüft. Grundsätzlich anerkennt der Stadtrechnungshof Wien, dass Prämiensysteme wie jenes in der Wien Holding ein allgemein anerkanntes und sinnvolles Instrument sind, um Wirtschaftsunternehmen effizient zu steuern und deren Führungs- und Schlüsselkräfte sowie die MitarbeiterInnen zu motivieren oder definierte Leistungen zu honorieren.

Der Stadtrechnungshof hält auch fest, dass die Wien Holding im Sinne eines durchgängigen, transparenten Prämiensystems bereits einheitliche Prozesse auf der Ebene der Wien Holding und den Tochtergeschäftsführungen, die über die Wien Holding abgewickelt werden, eingeführt hat und auch in der Praxis anwendet. Außerdem weist der Stadtrechnungshof darauf hin, dass das Prämiensystem in der Wien Holding und ihren Unternehmen um ein Drittel günstiger ist als in der Privatwirtschaft.

Insgesamt hat der Stadtrechnungshof für diesen Bericht über 400 Zielvereinbarungen und Dienstverträge aus 2008 bis 2013 im Detail geprüft. Er empfiehlt der Wien Holding und ihren Unternehmen vor allem in formaler Hinsicht (Dokumentation, Fristen- und Genehmigungslauf, Detaillierungsgrad bei Zieldefinition und Zielevaluierung) das Prämiensystem zu verbessern und es auch über den gesamten Konzern durchgängiger zu machen. Diese Feststellungen münden in zehn Empfehlungen.

Die Feststellungen des Stadtrechnungshofes nehmen die Wien Holding und ihre Unternehmen nicht auf die leichte Schulter, allen zehn Empfehlungen wird nachgekommen.

Standardisiertes Prämiensystem für Führungskräfte bereits eingeführt

Um ein durchgängiges Prämiensystem zu schaffen, hat die Wien Holding bereits entscheidende Schritte gesetzt. Ein standardisiertes Prämiensystem nach zentralen Vorgaben wurde von der Wien Holding bereits eingeführt und ist in den Unternehmen implementiert.

In der Wien Holding GmbH - also dem Konzerndach - gibt es für die erste und zweite Führungsebene seit 2009 nur dann Prämien, wenn die Regelungen dafür in den Dienstverträgen definiert sind und auf Basis des standardisierten Systems der Zielvereinbarungen, in denen die Ziele definiert werden und deren Erreichung evaluiert wird, abgewickelt werden. Ausbezahlt werden die Prämien ausschließlich nach Zielerreichungsgrad. Die Prämien sind kein fixer Bestandteil der Gehälter.

Auch in den Geschäftsführungen der Tochtergesellschaften ist das System bereits umgesetzt. Auch hier werden Prämien nur mehr auf der Basis von Zielvereinbarungen mit entsprechender Zieldefinition und Evaluierung der Zielerreichung gewährt. Die Umstellung ist im Jahr 2010 abgeschlossen worden. Es gibt seither keine Alt-Verträge mit nicht-standardisierten Prämienregelungen mehr.

Aktuell wird dieses standardisierte Prämiensystem auch in den Tochterunternehmen zur Prämiengewährung für die Führungskräfte und MitarbeiterInnen in den Tochtergesellschaften eingeführt.

Konzernweite Richtlinie, um die Umsetzung in der Praxis zu optimieren

Entsprechend der Empfehlung des Stadtrechnungshofes wird das angewendete standardisierte Prämiensystem in einer konzernweiten Richtlinie gebündelt und allen Unternehmen neuerlich zur Kenntnis gebracht, als Muster zur leichteren Umsetzung in die Praxis. Dabei stehen unternehmensinterne Prozesse zur Zieldefinition, zur Kontrolle der Zielerreichung, der Dokumentation und der Prämiengewährung insgesamt im Mittelpunkt.

Zu den Arbeits- und Dienstverträgen: An der Vereinheitlichung der Verträge wurde in den letzten Jahren konsequent gearbeitet. Bereits jetzt werden einheitliche Standards bei der Gestaltung von Geschäftsführungsverträgen zu Grunde gelegt. Sie sollen nun auch gemäß der Empfehlung des Stadtrechnungshofes in entsprechende Vertragsmuster einfließen.

Prämiensystem der Wien Holding um ein Drittel günstiger als in der Privatwirtschaft - Prämienvolumen beträgt lediglich 1,5 Prozent des Personalaufwands

Der Stadtrechnungshof stellt in seinem Bericht fest, dass der Anteil der gewährten Prämien am Gesamteinkommen der ersten und zweiten Führungsebene im Wien Holding-Konzern bei rund 18 Prozent liegt. Das ist um etwa ein Drittel niedriger als im Vergleich zu privaten Unternehmen, wo der Anteil der Prämien am Gesamteinkommen der ersten Führungsebene bei 27 Prozent und der zweiten Führungsebene bei 22 Prozent liegt. Das bestätigt auch der Stadtrechnungshof in Bezug auf das Thema Marktkonformität. Insgesamt beträgt der Anteil des Prämienvolumens am gesamten Personalaufwand der Wien Holding und ihrer Tochterunternehmen, wie vom Stadtrechnungshof bestätigt, für die Jahre 2008 und 2013 lediglich rund 1,5 Prozent.

Prämien als freiwillige Leistung auch außerhalb der Führungsebenen zweckmäßig

Die Gesamtleistung eines Unternehmens wird jedoch nicht nur von den Führungskräften, sondern von allen MitarbeiterInnen erbracht. Deshalb kann von den Geschäftsführungen im Wien Holding-Konzern auch als freiwillige Unternehmensleistung für den erfolgreichen Abschluss eines Wirtschaftsjahres eine Prämie gewährt werden. Dabei handelt es sich um eine Prämie mit dem Ziel, die Motivation und Gruppendynamik zu stärken sowie die MitarbeiterInnen auch außerhalb der Führungsebenen am Erfolg des Unternehmens teilhaben zu lassen. Der Stadtrechnungshof Wien sieht grundsätzlich die Zuerkennung solcher Prämien zur Erreichung der Unternehmensziele als zweckmäßig an.

Überblick zu weiteren Empfehlungen des Stadtrechnungshofes Wien

Der Stadtrechnungshof Wien bestätigt, dass für die Wien Holding und ihre Tochterunternehmen auf der Ebene der Geschäftsführungen bereits konzernweite Standards für die Prozesse zur Zieldefinition, zur Kontrolle der Zielerreichung und der Prämiengewährung eingeführt wurden, inklusive eines einheitlichen Formularwesens. Zukünftig wird jedoch entsprechend der Empfehlung des Stadtrechnungshofes verstärkt darauf geachtet werden, die zeitlichen Abläufe, vor allem in Hinsicht auf die erforderlichen Genehmigungsschritte, zu optimieren.

Außerdem empfiehlt der Stadtrechnungshof der Wien Holding, sich bei der Gewährung von Prämien an MitarbeiterInnen, die aus dem Unternehmen während des Jahres ausscheiden oder in das Unternehmen eintreten, nicht am Grad der Zielerreichung zu orientieren, sondern den Betrag aliquot zur Dauer des Dienstverhältnisses zu berechnen. Ebenfalls werden die Wien Holding-Unternehmen auch die Empfehlung umsetzen, entsprechende Rückstellungen für Prämienzusagen zu bilden und als Bemessungsgrundlage das jeweilige Leistungsjahr heranzuziehen.

Die Wien Holding wird auch evaluieren, ob ein umfassendes Entlohnungsmodell inklusive Prämiensystem nach dem Muster der Wiener Stadtwerke auch auf den Wien Holding-Konzern übertragbar wäre. Vor allem wäre dabei zu beachten, dass der Wien Holding-Konzern und der Wiener Stadtwerke-Konzern hinsichtlich der Struktur, der Aufgaben, der geltenden Kollektivverträge, der Geschäftsfelder und der Unternehmen kaum miteinander vergleichbar sind. Die Wien Holding wird jedenfalls eine diesbezügliche Evaluierung in Hinsicht auf die Machbarkeit, Wirtschaftlichkeit und Zweckmäßigkeit vornehmen.

Rückfragen & Kontakt:

Wolfgang Gatschnegg
Wien Holding - Konzernsprecher
Tel.: 01 408 25 69-21
E-Mail: w.gatschnegg@wienholding.at
www.wienholding.at

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