Die Österr. Liga für Kinder- und Jugendgesundheit nimmt Stellung zum Fortpflanzungsmedizinrechts-Änderungsgesetz 2015-FMedRÄG 2015

Dringende Forderung nach Berücksichtigung des Kindeswohls als zentrales Ziel im neuen Gesetzesentwurf.

Wien (OTS) - Die Kinderliga bezieht Stellung zum Fortpflanzungsmedizinrechts-Änderungsgesetz 2015-FMedRÄG 2015 und gibt einmal mehr Kindern eine Stimme, wo diese bisher keine haben.

Die Österreichische Liga für Kinder- und Jugendgesundheit begrüßt grundsätzlich die Bemühungen um eine zeitgemäße Aktualisierung des Fortpflanzungsmedizingesetzes. Es gilt jedoch hierbei sicher zu stellen, dass bereits ab der Entscheidung eine reproduktions-medizinische Maßnahme in Anspruch zu nehmen, das Wohl des Kindes als zentrales Ziel in den gesetzlichen Regelungen Beachtung findet, wie es auch im Bundesverfassungsgesetz über die Rechte von Kindern festgelegt ist.
In diesem Sinn hat die Kinderliga in einer Stellungnahme in zwölf Punkten Forderungen und Anliegen zur Gestaltung des Gesetzes formuliert. Ein multiprofessionelles ExpertInnen-Team hat sich mit dem Gesetzesentwurf auseinandergesetzt und gemeinsam eine Stellungnahme verfasst, um das Kindeswohl in den Fokus der Aufmerksamkeit zu rücken.

Die Forderungen dieser Stellungnahme beinhalten u.a.:

  • Eine verpflichtende Kindeswohlprüfung vor Beginn von reproduktionsmedizinischen Maßnahmen im Sinne einer Beratung durch eine speziell für diese Fragenstellung geschulte Fachkraft
  • Ergänzend zur medizinischen Betreuung eine verpflichtende psychologische oder psychotherapeutische Beratung und Begleitung durch diese oft sehr belastende Zeit
  • Die Implantation nur eines Embryos, eine Beschränkung der Insemination nach Hormonstimulation sowie die Erhebung einer qualifizierten baby-take home-Rate
  • Das Informationsrecht des Kindes auf seine Entstehungsgeschichte und Herkunft und somit auch keine anonymisierte Eizellen- und Samenzellenspende
  • Bewerbungsverbot
  • Erweiterung der Datenerhebung (u.a. Erstellung eines Spender- und Empfängerregisters, Forschungsauftrag für kindbezogene Outcome-Studien,…)

Der Kinderwunsch ist einerseits ein sehr persönlich-individuelles, andererseits aber auch ein gesellschaftlich-soziales Thema, vor allem wenn man nicht nur die individuelle Wunscherfüllung der Eltern, sondern die Folgen für die Kinder, die mit der Hilfe der Reproduktionsmedizin entstanden sind, betrachtet. Dabei geht es nicht nur um Fragen der Selbstbestimmung von "Wunscheltern" oder um ethische und technische Fragen, wie sie ihr lang ersehntes Wunschkind bekommen können, sondern vor allem um das Kindeswohl. Reproduktionsmedizin muss sich vor allem an der zu erwartenden Lebensqualität des so geschaffenen neuen Lebens und seiner Familie orientieren.

Bitte finden Sie hier den vollständigen Presstext:
http://www.ots.at/redirect/vollständiger_Presstext
und hier die offizielle Stellungnahme zur Gesetzesnovelle:
http://www.ots.at/redirect/StellungnahmezurGesetzesnovelle

Liste der beteiligten ExpertInnen:

  • Mag. Theresia Herbst (Klinische und Gesundheitspsychologin, Diplompädagogin, AG Frühe Kindheit)
  • Dr. Katharina Kruppa (Kinderärztin, Psychotherapeutin, Vorstand der GAIMH, nominiertes Mitglied, AG Frühe Kindheit)
  • Dr. Karin Lebersorger (Klinische und Gesundheitspsychologin, Psychotherapeutin, Leitung IEH 21, AG frühe Kindheit)
  • Univ.-Prof. Dr. Barbara Maier (Vorständin Gynäkologie u. Geburtshilfe Hanusch-Krankenhaus, OSR, Wissenschaftlicher Beirat)
  • DKKS Grete Melzer (Diplomkinderkrankenschwester, nominiertes Mitglied, AG Frühe Kindheit)
  • Prim. Dr. Ulrike Schulz (Kinderärztin, Kinderpsychiaterin, Psychotherapeutin, ärztl. Leitung ZEF 11, nominiertes Mitglied, AG Frühe Kindheit)
  • Mag. Hedwig Wölfl (Klinische und Gesundheitspsychologin, Projektleitung Frühe Hilfen, Wien, Vorstandsmitglied)
  • Prim. Dr. Klaus Vavrik (Kinderarzt, Kinderpsychiater, Psychotherapeut, Präsident der Österr. Liga für Kinder- und Jugendgesundheit)
  • Mag. Renate Winter (Internat. Richterin, Vertreterin Österreichs im UN Kinderrechteausschuss, Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat)

Rückfragen & Kontakt:

Martina Wolf
wolf@kinderjugendgesundheit.at
0664/915 09 97

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