Erbenvertreter Weber bekräftigt nach Vertagung: Rückforderung des Beethovenfrieses ist gerechtfertigt

Erich Lederer hat immer unter dem Druck des Ausfuhrverbots verhandelt - Voraussetzungen für Rückgabe des Frieses unter KRG 2009 sind damit eindeutig erfüllt

Wien (OTS) - "Wie meine Mandantschaft schon in der Anregung zur Restitution und in zwei Rechtsgutachten eindrücklich dargelegt hat, ist der Beethovenfries ein Paradefall für das neue Kunstrückgabegesetz. Völlig unstrittig ist die Tatsache, dass der Verkauf des Beethovenfrieses an die Republik Österreich unter dem Eindruck des Ausfuhrverbots zustande gekommen ist. Das Ausfuhrverbot war aufrecht bis zum Ankauf durch die Republik", so Rechtsanwalt Marc Weber, der einen Teil der Erbengemeinschaft vertritt und im Oktober 2013 die erste Anregung zur Rückgabe des Kunstwerks eingebracht hat, am Donnerstag.

Erich Lederer hat 28 Jahre lang um die Aufhebung des Ausfuhrverbots gekämpft, letztendlich aber resigniert und den Fries an den einzig möglichen Käufer, die Republik Österreich, verkauft. Die Republik hat das Kunstwerk zwar nach dem Krieg formal zurückgegeben, Erich Lederer aber letztlich im hohen Alter mit dem nie aufgehobenen Ausfuhrverbot wieder zum Verkauf gezwungen.

"Was die von manchen ins Treffen geführte angebliche 'Dankbarkeit' Erich Lederers gegenüber dem damaligen Bundeskanzler Bruno Kreisky, der damaligen Wissenschaftsministerin Herta Firnberg und dem damaligen Direktor der Österreichischen Galerie Hans Aurenhammer betrifft, ist auch diese ausschließlich im Zusammenhang mit dem Ausfuhrverbot zu verstehen. Erich Lederer war in seiner Situation notgedrungen dankbar dafür, dass nach 20 Jahren Zermürbungstaktik durch die Republik sich Bruno Kreisky und seine Regierung der Fries-Problematik angenommen und immerhin eine Finanzierung für das Kunstwerk aufgestellt hatte. Die Alternative für Erich Lederer, die sich ohne Einwirken Bruno Kreiskys dargestellt hatte, wäre gewesen, den Fries dem endgültigen Verfall Preis zu geben oder ihn unter dem Zwang des Ausfuhrverbots zu einem völlig außer Relation stehenden Preisabzug zu verkaufen. So aber wurde dem Eigentümer zumindest ein relevanter Bruchteil des Werts abgelöst. "All dies ändert nichts an der Tatsache, dass der Verkauf ohne das verhängte und nie aufgehobene Ausfuhrverbot in der Form nie zustande gekommen wäre: Ohne Ausfuhrverbot kein Verkauf an den Staat", betont Weber.

"Zur Aussage von Gerte Reichelt, dass der Fries nicht zurückgegeben werden müsse, kann ich nur sagen: Ich kenne Frau Reichelt persönlich und habe ihre überwiegend ablehnende Haltung gegenüber Restitution von Kunstwerken in Österreich wahrgenommen. Zu ihrem Schluss im aktuellen Fall kann sie nur kommen, da sie keinerlei Akteneinsicht hat und daher die Fakten nicht kennt", so Weber.

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