• 04.12.2014, 11:00:33
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Der AUVA-Pflegepreis Burgenland 2014 geht an Ingeborg Abu-Taleb aus Bad Sauerbrunn

Ehrung mit Landesrat Dr. Rezar

Utl.: Ehrung mit Landesrat Dr. Rezar =

Wien/ Eisenstadt (OTS) - Ingeborg Abu-Taleb hatte als Unterstützung
ihres Mannes in seiner Arztpraxis schon einige menschliche Schicksale
erlebt, trotzdem traf sie sein Verkehrsunfall am Weg zu einer
Patientin völlig unerwartet. Die Unfallfolgen waren einschneidend:
Acht Wochen im Koma, rund zwei Jahre im Spital und weitere Jahre in
Rehabilitation. Seit rund 30 Jahren benötigt Dr. Abdel-Latif
Abu-Taleb die Hilfe seiner Frau rund um die Uhr. Parallel zur Pflege
ihres Mannes zog Ingeborg Abu-Taleb drei Söhne groß. Für diese lange
Zeit der selbstlosen, aufopfernden Pflege zu Hause wurde ihr der
AUVA-Pflegepreis Burgenland 2014 zuerkannt.
Bei der offiziellen Feier am Donnerstag, dem 4. Dezember, um 11 Uhr
bedankten sich Landesrat Dr. Peter Rezar - in Vertretung von
Landeshauptmann Hans Niessl - und Mag. Friederike Lackenbauer,
Direktorin der AUVA-Landesstelle Wien, im Landtagssitzungssaal
Eisenstadt.
Die Sachpreise - Urlaub in einem Seminarhotel und ein Gutschein über
1.000 Euro - überreichten Rudolf Silvan, Landesgeschäftsführer der
Gewerkschaft Bau-Holz und Vorsitzender des Landesstellenausschusses
der AUVA-Landesstelle Wien, sowie Franz Nechansky,
Spartenobmann-Stellvertreter WK Burgenland. Der AUVA Pflegepreis wird
2014 zum siebzehnten Mal vergeben.

Zu den Gratulanten zählten weiter die Familie und Freunde,
Landtagsabgeordneter Rudolf Geißler, in Vertretung von
Landeshauptmann-Stv. Franz Steindl, und DGKS Renate Peischl,
Pflegedirektorin der Bgld. Krankenanstalten Ges.m.b.H.

Dr. Abdel-Latif Abu-Taleb war praktischer Arzt und Gemeindearzt in
der Markgemeinde Mailberg. Am Weg zu einer Patientin in Vertretung
für einen Kollegen passierte im Juni 1982 der schwere Verkehrsunfall.
Die Kopfverletzungen führten zum Koma und in der Folge zu Sprach- und
Koordinationsstörungen, sowie einer Teillähmung aller Gliedmaßen,
Gangbehinderung und Schwerhörigkeit auf einem Ohr. Nach langen
Aufenthalten in Spitälern in Wien und Innsbruck kamen Jahre der
Rehabilitation im AUVA-Schädel-/Hirnzentrum Meidling. In den ersten
Jahren nach dem Unfall hatte Ingeborg Abu-Taleb noch Unterstützung
durch die Familie ihres Mannes. Trotzdem galt es die Ansprüche ihrer
drei heranwachsenden Söhne, die Mithilfe in der Arztpraxis beim
Vertreter ihres Mannes und die Klinikbesuche zu managen.

Seit rund zehn Jahren kümmert sich die 68-Jährige allein um die
Pflege ihres Mannes im ehemaligen Wochenendhaus in Bad Sauerbrunn.
Die Kinder leben und arbeiten in Wien und kommen regelmäßig mit den
nunmehr drei Enkelkindern auf Besuch. Die langen Jahre der Pflege
machen sich auch bei der Preisträgerin bemerkbar - vor allem seit dem
Sturz ihres Mannes im Februar 2013. Danach musste sie ihn aus dem
Bett in den Rollstuhl, aus dem Rollstuhl in die Dusche oder auf eine
Sitzgelegenheit heben. Eine ungeheure körperliche Anstrengung für
eine an sich fitte Endsechzigerin.

Eine Entlastung war der behindertengerechte Umbau des Bades und der
Toilette - alles ist jetzt auf einer Ebene bestens mit dem Rollstuhl
zu bewerkstelligen.

Noch kann die Preisträgerin ihren Mann kurze Zeit für Einkäufe allein
zu Hause lassen - er sieht gerne fern, fürchtet sich aber seit dem
Sturz ohne Hilfe aufzustehen. Eine große Freude für Dr. Abu-Taleb ist
auch der Garten, in dem er gerne mit seiner Frau sitzt.

Für die Zukunft will sich Ingeborg Abu-Taleb um eine Hilfe umsehen,
denn "In zwei Jahren bin ich 70 Jahre. Hin und wieder einmal
durchatmen und abschalten zu können, wäre schon schön", meint
Ingeborg Abu-Taleb. Sie weiß, je länger sie sich gesund erhält und je
besser sie auf sich selbst schaut, umso besser und umso länger kann
sie für ihren Mann da sein. Dazu will sie auch den Urlaub des
Pflegepreises in einem Seminarhotel der Gewerkschaft Bau-Holz nützen.
Die Sorge um ihren Mann nimmt ihr in dieser Zeit die AUVA ab: er wird
in einem Rehabilitationszentrum medizinisch durchgecheckt und
mobilisiert.

Dr. Abu-Taleb (noch Pflegestufe 5) kann zwar mit einem Rollator
einige Schritte gehen, traut sich dies aber seit dem Unfall 2013
nicht mehr allein zu. Um das Haus in Bad Sauerbrunn zu verlassen,
muss er vier Stufen bewältigen, dies ist zu einem nur schwer
gemeinsam zu bewältigenden Hindernis geworden.
Er erhielt von der AUVA-Landesstelle Wien Zuschüsse zu Umbauten von
Bad und WC. Weiter wird er mit Rollstuhl, Pflegebett, sowie anderen
Hilfsmittel unterstützt

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