Der AUVA-Pflegepreis Burgenland 2014 geht an Ingeborg Abu-Taleb aus Bad Sauerbrunn

Ehrung mit Landesrat Dr. Rezar

Wien/ Eisenstadt (OTS) - Ingeborg Abu-Taleb hatte als Unterstützung ihres Mannes in seiner Arztpraxis schon einige menschliche Schicksale erlebt, trotzdem traf sie sein Verkehrsunfall am Weg zu einer Patientin völlig unerwartet. Die Unfallfolgen waren einschneidend:
Acht Wochen im Koma, rund zwei Jahre im Spital und weitere Jahre in Rehabilitation. Seit rund 30 Jahren benötigt Dr. Abdel-Latif Abu-Taleb die Hilfe seiner Frau rund um die Uhr. Parallel zur Pflege ihres Mannes zog Ingeborg Abu-Taleb drei Söhne groß. Für diese lange Zeit der selbstlosen, aufopfernden Pflege zu Hause wurde ihr der AUVA-Pflegepreis Burgenland 2014 zuerkannt.
Bei der offiziellen Feier am Donnerstag, dem 4. Dezember, um 11 Uhr bedankten sich Landesrat Dr. Peter Rezar - in Vertretung von Landeshauptmann Hans Niessl - und Mag. Friederike Lackenbauer, Direktorin der AUVA-Landesstelle Wien, im Landtagssitzungssaal Eisenstadt.
Die Sachpreise - Urlaub in einem Seminarhotel und ein Gutschein über 1.000 Euro - überreichten Rudolf Silvan, Landesgeschäftsführer der Gewerkschaft Bau-Holz und Vorsitzender des Landesstellenausschusses der AUVA-Landesstelle Wien, sowie Franz Nechansky, Spartenobmann-Stellvertreter WK Burgenland. Der AUVA Pflegepreis wird 2014 zum siebzehnten Mal vergeben.

Zu den Gratulanten zählten weiter die Familie und Freunde, Landtagsabgeordneter Rudolf Geißler, in Vertretung von Landeshauptmann-Stv. Franz Steindl, und DGKS Renate Peischl, Pflegedirektorin der Bgld. Krankenanstalten Ges.m.b.H.

Dr. Abdel-Latif Abu-Taleb war praktischer Arzt und Gemeindearzt in der Markgemeinde Mailberg. Am Weg zu einer Patientin in Vertretung für einen Kollegen passierte im Juni 1982 der schwere Verkehrsunfall. Die Kopfverletzungen führten zum Koma und in der Folge zu Sprach- und Koordinationsstörungen, sowie einer Teillähmung aller Gliedmaßen, Gangbehinderung und Schwerhörigkeit auf einem Ohr. Nach langen Aufenthalten in Spitälern in Wien und Innsbruck kamen Jahre der Rehabilitation im AUVA-Schädel-/Hirnzentrum Meidling. In den ersten Jahren nach dem Unfall hatte Ingeborg Abu-Taleb noch Unterstützung durch die Familie ihres Mannes. Trotzdem galt es die Ansprüche ihrer drei heranwachsenden Söhne, die Mithilfe in der Arztpraxis beim Vertreter ihres Mannes und die Klinikbesuche zu managen.

Seit rund zehn Jahren kümmert sich die 68-Jährige allein um die Pflege ihres Mannes im ehemaligen Wochenendhaus in Bad Sauerbrunn. Die Kinder leben und arbeiten in Wien und kommen regelmäßig mit den nunmehr drei Enkelkindern auf Besuch. Die langen Jahre der Pflege machen sich auch bei der Preisträgerin bemerkbar - vor allem seit dem Sturz ihres Mannes im Februar 2013. Danach musste sie ihn aus dem Bett in den Rollstuhl, aus dem Rollstuhl in die Dusche oder auf eine Sitzgelegenheit heben. Eine ungeheure körperliche Anstrengung für eine an sich fitte Endsechzigerin.

Eine Entlastung war der behindertengerechte Umbau des Bades und der Toilette - alles ist jetzt auf einer Ebene bestens mit dem Rollstuhl zu bewerkstelligen.

Noch kann die Preisträgerin ihren Mann kurze Zeit für Einkäufe allein zu Hause lassen - er sieht gerne fern, fürchtet sich aber seit dem Sturz ohne Hilfe aufzustehen. Eine große Freude für Dr. Abu-Taleb ist auch der Garten, in dem er gerne mit seiner Frau sitzt.

Für die Zukunft will sich Ingeborg Abu-Taleb um eine Hilfe umsehen, denn "In zwei Jahren bin ich 70 Jahre. Hin und wieder einmal durchatmen und abschalten zu können, wäre schon schön", meint Ingeborg Abu-Taleb. Sie weiß, je länger sie sich gesund erhält und je besser sie auf sich selbst schaut, umso besser und umso länger kann sie für ihren Mann da sein. Dazu will sie auch den Urlaub des Pflegepreises in einem Seminarhotel der Gewerkschaft Bau-Holz nützen. Die Sorge um ihren Mann nimmt ihr in dieser Zeit die AUVA ab: er wird in einem Rehabilitationszentrum medizinisch durchgecheckt und mobilisiert.

Dr. Abu-Taleb (noch Pflegestufe 5) kann zwar mit einem Rollator einige Schritte gehen, traut sich dies aber seit dem Unfall 2013 nicht mehr allein zu. Um das Haus in Bad Sauerbrunn zu verlassen, muss er vier Stufen bewältigen, dies ist zu einem nur schwer gemeinsam zu bewältigenden Hindernis geworden.
Er erhielt von der AUVA-Landesstelle Wien Zuschüsse zu Umbauten von Bad und WC. Weiter wird er mit Rollstuhl, Pflegebett, sowie anderen Hilfsmittel unterstützt

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Öffentlichkeitsarbeit der AUVA-Landesstelle Wien
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