JW: Bewegung bei alternativen Finanzierungsformen - Crowdfunding vor Durchbruch?

Ankündigung von Vizekanzler Mitterlehner lässt auf lang ersehnte Umsetzung der JW-Forderung bei alternativen Finanzierungen hoffen - Weitere Mitstreiter gewonnen

Wien (OTS/PWK871) - "Wir freuen uns über die Ankündigung von Vizekanzler Reinhold Mitterlehner im Wirtschaftsausschuss, in naher Zukunft einen Begutachtungsentwurf eines Crowdfunding-Gesetzes vorzustellen. Endlich kommt Bewegung in das für Jungunternehmer so wichtige Thema alternative Finanzierung, was uns auf den lang ersehnten Durchbruch und die Umsetzung unserer Forderungen hoffen lässt", so Herbert Rohrmair-Lewis, Bundesvorsitzender der Jungen Wirtschaft (JW). Entscheidend sei ein gut durchdachter Rechtsrahmen für Jungunternehmer, der ohne Regelungsflut und bürokratische Hürden auskommt. "Einen solchen haben wir bereits im Frühjahr 2013 gemeinsam mit Experten erarbeitet und der Politik vorgelegt", betont Rohrmair-Lewis. Kernforderungen sind dabei die Novellierung des Bankwesengesetzes (BWG) und des Kapitalmarkgesetzes (KMG) sowie die Schaffung eines Business Angels-Freibetrags.

Auch weitere Mitstreiter der Jungen Wirtschaft haben die Bedeutung für alternative Finanzierungsformen erkannt. So flossen die Forderungen der Jungen Wirtschaft in das vor kurzem an Staatssekretär Harald Mahrer übergebene Positionspapier für mehr privates Kapital für Unternehmen ein. "Die derzeitige Wirtschaftslage in Kombination mit den geltenden Rahmenbedingungen für alternative Finanzierungen hemmt Jungunternehmer massiv im Aufbau eines eigenen Unternehmens. Es war höchste Zeit, dass sich die Regierung an ihr Versprechen im Arbeitsprogramm 2013 erinnert und die Rahmenbedingungen für eine bedarfsgerechte Finanzierung für Unternehmen - in Form von Crowdfunding und Bürgerbeteiligungsmodellen - nun umsetzt", so Rohrmair-Lewis weiter.

Junge Wirtschaft pocht auf rasche Umsetzung

Crowdfunding ist gerade für Jungunternehmer und Startups ein Topthema und hat laut Europäischer Kommission europaweit bereits über eine halbe Million Projekte ermöglicht. Mehrmals hat die JW bereits darauf aufmerksam gemacht, dass es Österreich an alternativen Finanzierungsformen und Risikokapital fehlt. "Im Vergleich zu anderen Ländern hinkt Österreich dieser Entwicklung immer noch hinterher. Somit bleibt nicht nur enormes Potenzial ungenutzt, es können auch keine weiteren Arbeitsplätze geschaffen, geschweige denn weitere Investitionen getätigt werden", stellt Rohrmair-Lewis klar.

Realwirtschaft soll profitieren

Die Junge Wirtschaft hat bereits vor geraumer Zeit, im Frühjahr 2013, gemeinsam mit Experten im Rahmen eines Advisory Boards, konkrete Lösungsvorschläge für eine bedarfsgerechte Finanzierung von Jungunternehmen und Startups erarbeitet. Demnach soll die Grenze der kostspieligen Prospektpflicht angehoben werden. Die volle Prospektpflicht liegt derzeit bei 250.000 Euro, EU-Regelungen ermöglichen jedoch einen Rahmen von bis zu 5 Millionen Euro. Darunter soll es je nach Projektvolumen unterschiedliche Informationspflichten geben. Ebenso zentral ist die Änderung des Bankwesengesetzes. Momentan ist es Unternehmen verboten, Investitionen für ihr Unternehmen von Privatpersonen via Crowdfunding zu lukrieren. Die JW fordert, dass das für realwirtschaftliche Tätigkeiten - wie z.B. den Ankauf von Maschinen oder Produktionsmittel - erlaubt sein muss. Zudem pocht sie auf einen Business Angel Freibetrag von 50.000 Euro. (ES)

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