VGT zu Mastgeflügel: keine Verschlechterungen wesentlicher Tierschutzstandards!

Morgen trifft Delegation der Geflügelindustrie Tierschutzministerin Oberhauser, um eine drastische Erhöhung der Besatzdichten bei Hühnern und Puten zu fordern

Wien (OTS) - Die heimische Produktion von Hühnerfleisch sei gefährdet, der Selbstversorgungsgrad lediglich 80%, bei Puten demnächst gar nur mehr 40%. Mit einem Trommelfeuer propagandistischer Presseaussendungen möchte die Mastgeflügelindustrie ihren Profit steigern - auf Kosten der Tiere. Tatsächlich hat sich der Selbstversorgungsgrad in den letzten 10 Jahren kaum geändert, die Industrie boomt sogar, weil die Nachfrage rapide gestiegen ist. Ein leichtes Sinken im Selbstversorgungsgrad der letzten 2 Jahre ist lediglich darauf zurückzuführen, dass der Anstieg im Verbrauch von Hühnerfleisch größer war, als das Wachstum der Branche.

Österreichs Tierschutzstandard ist mit einer Besatzdichte von 30 kg lebendes Huhn pro m2 Stallboden zwar besser als in anderen Ländern, aber für die Tiere immer noch katastrophal, wie aktuelle Fotos aus Mastbetrieben zeigen. Je nach Eigengewicht der Tiere bedeutet das in der Praxis 17 bis 20 Individuen pro m2, das ist mehr als doppelt so viel, wie in Bodenhaltungen von Legehuhnbetrieben zulässig. Zusätzlich haben die armen Masthühner auch keine erhöhten Sitzstangen und ihre Einstreu wird lebenslang nicht gewechselt. Die Folge sind Verätzungswunden an den Füssen, weil der Boden mit Kot und Urin getränkt ist.

VGT-Obmann Martin Balluch, an die Tierschutzministerin gerichtet:
"Die Geflügelindustrie täuscht eine wirtschaftliche Bedrohung nur vor - und das seit 10 Jahren, weil bereits 2004 dieselben Tierschutzstandards verschlechtert hätten werden sollen. Wenn ein Präsident der österreichischen Landwirtschaftskammern auf seinem Grund eine neue Geflügelmast mit über 50.000 Stellplätzen errichtet, dann hat er sicher vorher nachgerechnet, dass er sich damit eine goldene Nase verdienen wird. Die Mastgeflügelindustrie will 30% mehr Hühner und 50% mehr Puten in dieselben Tierfabrikshallen stopfen dürfen und dafür zulassen, dass im Gegenzug das Ausmaß der Wunden an den Füssen der Tiere am Fließband des Schlachthofs statistisch erfasst wird. Sollten die Wunden bei 3 Mastzyklen zu groß sein, dann würde die Besatzdichte wieder reduziert werden müssen, aber in jedem Fall über dem heutigen Standard bleiben. Das ist nicht akzeptabel, die Situation der individuellen Tiere würde dramatisch verschlechtert. Das psychische Leid der Tiere im dichten Gedränge der Fabrikshallen wird sich ja nicht innerhalb ihrer wenigen Lebenswochen gleich in Wunden an den Füssen zeigen. Tierleid ist nicht auf körperliche Verletzungen reduzierbar, Tiere haben eine Psyche und ein Recht auf ein artgerechtes Leben!"

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