Matznetter zum Mittelstandsbericht: Dringender Handlungsbedarf um EPU zu stärken - Scheitern darf nicht Existenz bedrohen

SPÖ-Wirtschaftssprecher warnt vor Armut bei Selbstständigen und fordert u.a. Reform des Privatkonkurses

Wien (OTS/SK) - Anlässlich des heute im Wirtschaftsausschuss auf der Tagesordnung stehenden Mittelstandsbericht 2014 warnt SPÖ-Wirtschaftssprecher Christoph Matznetter vor einer vergleichsweise hohen Armutsgefährdung von Selbständigen. "Selbstständige haben ein doppelt so hohes Armutsrisiko wie Unselbständige und sind doppelt so oft `Working Poor`", so Matznetter am Dienstag gegenüber dem SPÖ-Pressedienst. ****

Aktuelle Daten der Schuldenberatungen in Österreich haben ergeben, dass der Anteil der existenzbedrohten Selbstständigen nach einem Jahr in den letzten 15 Jahren dramatisch angestiegen ist. Waren es 1998 noch 7,3 Prozent die nach einem Jahr Selbstständigkeit aufgeben mussten, waren es 2013 bereits 17,1 Prozent. Im Vergleich zu den Unselbständigen sind Selbstständige durch das österreichische Sozialsystem noch immer nicht ausreichend abgesichert. Der SPÖ-Wirtschaftssprecher fordert daher einmal mehr die Abschaffung des Selbstbehaltes bei Krankenbehandlungskosten, die Verbesserung des Krankengeldes, damit Krankheit nicht zur Existenzfrage wird und eine Reform des Privatkonkurses. "12 Prozent der Selbständigen sind armutsgefährdet und damit das neue Gesicht der Armut. Wir müssen ein klares Signal in Richtung soziale Absicherung und Entlastung der Kleinst- und Kleinunternehmer setzen", so Matznetter. In dem Zusammenhang verweist der SPÖ-Wirtschaftssprecher insbesondere auf die dramatische Situation von Ein-Personen-UnternehmerInnen.

Mehr als 55 Prozent aller heimischen Unternehmen sind EPU, 2013 waren es über 257.000 EPU. Gerade sie wären es, die von der Abschaffung des 20 prozentigen Selbstbehaltes bei Krankheitskosten profitieren und die dringend eine Verbesserung beim Krankengeld benötigen würden. "Die vollständige Abschaffung der sogenannten Krankensteuer ist das Ziel. Denn sie ist mehr Hürde als Steuerung", kritisiert Matznetter und weiter: "Selbständige, ganz besonders EPU, müssen im Falle von Krankheit oder Unfall rechtzeitig die dringend benötigten Leistungen erhalten, noch bevor sie in die Insolvenz schlittern". Matznetter fordert in diesem Zusammenhang die Einführung des Krankengeldes für Ein-Personen-Unternehmen und Kleinstunternehmen mit bis zu fünf ArbeitnehmerInnen ab dem vierten Tag der Arbeitsunfähigkeit. (Schluss) mo/rm/mp

Rückfragen & Kontakt:

SPÖ-Bundesorganisation, Pressedienst, Löwelstraße 18, 1014 Wien,
Tel.: 01/53427-275
http://www.spoe.at/online/page.php?P=100493

OTS-ORIGINALTEXT PRESSEAUSSENDUNG UNTER AUSSCHLIESSLICHER INHALTLICHER VERANTWORTUNG DES AUSSENDERS | SPK0003