Erneuerbaren-Ziel 2020: EU-Gesamtziel noch erreichbar - viele Staaten drohen Ziel zu verfehlen - Österreich derzeit Positivbeispiel

Österreich braucht Energiestrategie, um Vorreiterrolle nicht zu verlieren

Wien (OTS) - Erneuerbare Energie Österreich, Eufores und TU Wien präsentieren heute Analysen, die zeigen, dass das Ziel, im Jahr 2020 einen EU-weiten Anteil von mindestens 20 Prozent erneuerbare Energien zu haben, noch erreicht werden kann. Jedoch drohen viele EU-Staaten ihr nationales Ziel zu verfehlen, was auch die Erreichung des Gesamtzieles gefährdet. Die vom EU-Rat festgelegten Ziele für 2030 drohen die Rolle der EU als treibende Kraft bei der Dekarbonisierung der Energieversorgung zu schwächen. "Eine erfolgreiche Energiewende braucht mehr klare Vorgaben, Langfristplanung, politische Führung und Investorensicherheit", so EEÖ, Eufores und TU Wien.

"Das Energie- und Klimapaket mit den 20-20-20 Zielen für 2020 hat eine klare Wegvorgabe geschaffen und eine Erfolgsstory eingeleitet", so Jan Geiss, Generalsekretär der parteiübergreifenden Erneuerbaren-Plattform Eufores. "Ohne weitere Maßnahmen wird aber etwa die Hälfte der EU Mitgliedsstaaten ihr nationales Ziel nicht erreichen". Grund ist, dass etliche Staaten ihre Unterstützung für die Erneuerbaren stark zurückgenommen haben. Die Branche ist dadurch verunsichert, und das Ausbautempo droht unter das Niveau zurückzufallen, dass für die Zielerreichung notwendig ist.

Unter der Federführung der Energy Economics Group der TU Wien wurde im Rahmen des Intelligent-Energy-Europe-Projekts "Keep-on-Track!" eine Untersuchung der zu erwartenden künftigen Entwicklungen in den unterschiedlichen EU-Staaten durchgeführt. Es zeigt sich, dass die Entwicklung in acht der 27 untersuchten Mitgliedstaaten als klar positiv zu beurteilen ist. "Länder wie Österreich, Dänemark und Italien sind auf gutem Weg, die gesteckten Erneuerbaren-Ziele zu erreichen", erklärt Gustav Resch, Leiter der Untersuchung seitens der TU Wien. In weiteren vier Mitgliedstaaten (Deutschland, Finnland, Irland und der Slowakei) regen sich Zweifel, ob die 2020 Ziele mit jüngst umgesetzten Maßnahmen erreicht werden können, während fünfzehn Mitgliedstaaten als "nicht auf einem guten Weg" einzustufen sind.

Dass sich eine erfolgreiche Energiewende-Politik positiv auf Wirtschaft und Arbeitsmarkt auswirkt, belegt eine jüngst veröffentlichte Studie im Auftrag der EU-Kommission, unter Beteiligung der TU Wien. Die Studie zeigt, dass abhängig davon, ob 30 oder 35 Prozent erneuerbare Energien angestrebt werden, positive Netto-Auswirkungen auf das BIP von 0,1 bis 0,8 Prozent gegenüber einem Baseline-Szenario erreicht werden. Die Anzahl der Beschäftigten steigt um 0,1 bis 1,5 Mio. Personen. "Interessant ist, dass diese positive Wirkung bei einem höheren Ziel stärker wird", so Resch.

"Der EU-Ratsgipfel vom Oktober 2014 hätte Beschlüsse fassen können, die zeigen, dass Europa die Energiewende weiterhin konsequent angeht. Leider wurde nur ein Minimal-Paket beschlossen", so Geiss. "Das bedeutet, dass Vorreiter-Staaten nicht mehr auf Vorgaben aus Brüssel warten müssen. Österreich muss jetzt eine führende Rolle spielen, und mit Maßnahmen im eigenen Land zeigen, wie man eine Erneuerbaren-Politik zu einer treibenden Kraft hinter der Konjunktur machen kann."

Erneuerbare Energie Österreich verlangt dazu von der österreichischen Bundesregierung, mit der Entwicklung einer neuen Energiestrategie Ernst zu machen. "Leider kommt uns der Rückenwind aus Brüssel allmählich abhanden", so EEÖ-Präsident Josef Plank. "Daher ist es umso wichtiger, dass Österreich jetzt das Ruder selbst in die Hand nimmt, und eine langfristig wirksame Energiestrategie entwickelt. Dabei müssen das 2-Grad-Ziel und die weitgehende Dekarbonisierung der Wirtschaft im Mittelpunkt stehen".

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