Umweltdachverband: Oberösterreich setzt ersten Schritt in Sachen Natura 2000

- Neuer UWD-Präsident Franz Maier begrüßt Nachnominierung von Natura 2000-Gebieten in OÖ

Wien (OTS) - Ausweisungen flächenmäßig allerdings noch unzureichend - Wermutstropfen: Warscheneck wurde nicht berücksichtigt

"Die gestrige Entscheidung der Oberösterreichischen Landesregierung, 16 Natura 2000-Gebiete nachzunominieren, ist bezüglich der Vervollständigung des europaweiten Schutzgebietsnetzwerkes ein erster Schritt in die richtige Richtung. Ich sehe das auch als Signal für andere Bundesländer, die diesbezüglich noch säumig sind, endlich zu handeln. Immerhin hat die EU-Kommission die Republik Österreich wegen ihres unvollständigen Natura 2000-Netzwerks bereits gemahnt", so Franz Maier, neuer ehrenamtlicher Präsident des Umweltdachverbandes, in einem ersten anerkennenden Statement.

Weitere Nachnominierungen müssen folgen - Nachjustierungen absehbar

Nominiert werden u. a. folgende Gebiete: Machland Nord, Unteres Steyr- und Ennstal, Bäche in den Steyr- und Ennstaler Voralpen, Schluchtwälder der Steyr- und Ennstaler Voralpen, Eferdinger Becken, Leitenbach, Naturschutzgebiet Gerlhamer Moor sowie Wiesengebiete im Mühlviertel. Diesem Ausweisungsschritt müssen allerdings noch weitere folgen, da die Ausweisungen bis dato flächenmäßig noch unzureichend sind. So fehlen in dieser ersten Nachnominierungstranche nach wie vor Waldgebiete für Luchs, Fledermaus & Co. sowie wichtige Flächen für Bürstlingsrasen und Bergmähwiesen. "Zu diskutieren wird auch sein, dass keine größeren, zusammenhängenden Gebiete gemeldet worden sind. Insgesamt bleibt die Ausweisung der neuen Schutzgebiete - angesichts des ungünstigen Erhaltungszustandes der meisten Schutzgüter - damit unter der für die Erreichung eines günstigen Erhaltungszustandes notwendigen Flächenausdehnung", erklärt Maier. Weiterer Wermutstropfen: Eines der hochwertigsten Naturgebiete in Oberösterreich, das Warscheneck, wurde ebenfalls noch nicht als Natura 2000-Gebiet ausgewiesen.

Appell an die Bundesländer: Potenzial von Natura 2000 nutzen!

Bereits im März 2015 soll der Ausweisungsstand in Österreich bewertet werden: VertreterInnen der Europäischen Kommission, der Europäischen Umweltagentur, der österreichischen Behörden, der Wissenschaft und der NGOs werden die Nachnominierungsvorschläge nochmals fachlich überprüfen und entscheiden, ob die Schutzgüter im österreichischen Natura 2000-Netzwerk ausreichend repräsentiert sind. "Natura 2000 hat das Potenzial, den Verlust der biologischen Vielfalt zu bremsen und gleichzeitig ökonomische Wertschöpfung zu lukrieren. Wir appellieren eindringlich an alle Bundesländer, ihren Pflichten im Nachnominierungsprozess nachzukommen und gleichzeitig das Potenzial, das in Natura 2000 steckt, zu nutzen", so Maier abschließend.

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