Österreich blockiert Europäisches gemeinnütziges Stiftungsrecht

Fundraising Verband fordert Bundesregierung auf, europäische Entwicklung nicht zu blockieren.

Wien (OTS) - Vergangene Woche stimmte Österreich im Ausschuss der Ständigen Vertreter der Mitgliedstaaten gegen den Entwurf eines Europäischen Stiftungsstatuts. Nach eineinhalb Jahren Verhandlungen wird der Entwurf der EU-Kommission zurückgewiesen und die Initiative weit zurück geworfen. Stiftungen, die grenzüberschreitend in Europa tätig sind, hätten sich damit rund 100 Mio. Euro Kosten erspart, die wiederum für gemeinnützige Projekte zur Verfügung gestanden wären. Der Fundraising Verband fordert die Bundesregierung auf, diese europäische Entwicklung nicht länger zu blockieren.

"Wir sind von der Bundesregierung absolut enttäuscht!", ärgert sich Dr. Günther Lutschinger, Geschäftsführer des Fundraising Verband Austria. "Während im Regierungsprogramm Verbesserungen für gemeinnützige Stiftungen in Österreich geplant sind und diese mehrfach bereits angekündigt wurden, blockiert Österreich ähnliche Initiativen auf europäischer Ebene!" Diese Entscheidung ist insofern unverständlich als unter der Leitung der Österreichischen Abgeordneten, MEP Evelyn Regner, stellvertretende Delegationsleiterin der SPÖ, das Europäische Parlament ausdrücklich den Entwurf begrüßt und ihn beschlossen hat. Es ist zu hoffen, dass die italienische Präsidentschaft diesen Vorschlag dennoch weiterverfolgen wird und Österreich der Initiative nicht den Todesstoß versetzt hat.

Die Europäische Stiftung wurde seit 2008 vorbereitet und hätte einheitlicher Bedingungen in der EU, mehr Rechtssicherheit und geringere (Verwaltungs-)Kosten für Stiftungen sowie eine Verbesserung der Zusammenarbeit im Gemeinnützigkeitssektor in ganz Europa gebracht.

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