Ärztekammer prämiert wissenschaftliche Arbeiten

Drei Forscherteams in Wien mit dem Billroth-Preis der Ärztekammer für Wien ausgezeichnet

Wien (OTS) - Heute, Montag, wurden drei medizinische Forschergruppen aus Wien mit der Verleihung des Theodor-Billroth-Preises der Ärztekammer für Wien 2014 für ihre wissenschaftlichen Anstrengungen der letzten Jahre belohnt. Die prämierten Arbeiten kommen aus der Medizinischen Universität Wien sowie der Krankenanstalt Rudolfstiftung. ****

Einer der Preisträger ist Christian Lupinek von Institut für Pathophysiologie und Allergieforschung der Medizinischen Universität Wien. Lupinek beschäftigte sich in seiner Arbeit mit der Entstehung und dem Verlauf von Allergien.

Allergen-Chip zur Vorhersage von Allergien bei Kindern

Die stetige Zunahme von Allergien bedeutet nicht nur für die betroffenen Patienten, sondern in steigendem Maße auch für die Gesundheitssysteme eine starke Belastung. In zahlreichen Studien konnte gezeigt werden, dass in der überwiegenden Mehrheit der Fälle die allergische Sensibilisierung bereits in der Kindheit erfolgt.

Um die Entstehung und den Verlauf von Allergien genauer zu erforschen, wurde 2010 das von der EU finanzierte Projekt "MeDALL" (Mechanisms of the Development of Allergies) gestartet. Im Rahmen dieses Projekts wurde am Institut für Pathophysiologie und Allergieforschung der Medizinischen Universität Wien, in Kooperation mit Phadia Multiplexing/Thermo Fisher Scientific, ein sogenannter Allergen-Microarray ("MeDALL-Chip") entwickelt. Dieser Allergen-Chip enthält auf einer Fläche von ungefähr einem Quadratzentimeter mehr als 170 verschiedene Allergenmoleküle. Mit einem Tropfen Serum kann damit ein sehr detailliertes Sensibilisierungsprofil des Patienten erstellt werden, welches nicht nur die Allergenquellen, sondern die einzelnen Moleküle identifiziert, gegen die der Patient sensibilisiert ist.

Am MeDALL-Projekt nehmen zahlreiche Forschergruppen aus verschiedenen europäischen Ländern teil, die insgesamt einige Tausend Kinder von ihrer Geburt an begleiten - teilweise bereits seit den 1990er-Jahren -, um in regelmäßigen Abständen Serumproben und Befunde zum klinischen Verlauf der Allergien zu sammeln. Bisher wurden ungefähr 9000 Seren aus diesen Geburtskohorten mit dem MeDALL-Chip ausgetestet.

Die Befunde ermöglichen es nicht nur, länderspezifische Sensibilisierungsprofile zu erstellen und die weitere epidemiologische Entwicklung der Allergien in Europa genauer vorherzusagen, sondern auch jene Kinder zu identifizieren, die ein erhöhtes Risiko haben, schwerere Symptome, wie beispielsweise allergisches Asthma, zu entwickeln. Basierend auf diesen Daten sollen Strategien entwickelt werden, mit denen die allergische Sensibilisierung verhindert beziehungsweise der Krankheitsverlauf verzögert oder abgeschwächt werden kann. (hpp)

(Forts.)

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