NEOS Meinl-Reisinger: Wiener Lesetest zeigt nur Symptome auf, die Ursachen bleiben auf der Strecke

Initiative prinzipiell begrüßenswert; Bildungspolitik in Wien steht vor großen Herausforderungen

Wien (OTS) - "Auch wenn es erfreulich ist, dass der Wiener Lesetest weiterentwickelt und hinsichtlich der Benutzerfreundlichkeit für Lehrer und Schüler verbessert wurde, zeigt diese Initiative lediglich die Symptome auf und kann damit nur am Anfang von viel tiefgreifenderen Maßnahmen stehen", äußert sich Beate Meinl-Reisinger, Landessprecherin von NEOS Wien, zum heute vorgestellten neuen Wiener Lesetest, der im April 2015 durchgeführt wird. "Wir begrüßen besonders die sich daran anschließende gezielte Förderung von leseschwachen Kindern."

"Dass heuer die Tests in der achten Schulstufe mit dem Argument abgeschafft wurden, dass die Kinder dann ohnehin schon für das Schulsystem verloren seien, ist allerdings ein Armutszeugnis", erklärt Meinl-Reisinger, denn gerade 2015 wäre in der Unterstufe der erste Jahrgang an der Reihe, der schon in der Volksschule am Lesetest teilgenommen hat. "Wieso verzichtet Stadtschulratspräsidentin Susanne Brandsteidl auf diese wichtige Qualitätskontrolle? Hat sie Angst zu erfahren, dass die Maßnahmen nicht gewirkt haben?"

Stadt Wien betreibt Symptombekämpfung

"Wieder einmal zeigt sich, dass die Schulpolitik nur halbherzig angegangen wird und vor allem auf oberflächliche Maßnahmen gesetzt wird. Anstatt bei den Ursachen anzupacken, betreibt man Symptombekämpfung", kritisiert Meinl-Reisinger. "Auch die viel gepriesene Gratis-Nachhilfe ist nur wie ein Pflaster auf eine offene Wunde. Dabei werden aufgrund der Bevölkerungsentwicklung die Herausforderungen in Wien auch in den nächsten Jahren immer größer werden", warnt Meinl-Reisinger. Die Stadt wird in den nächsten Jahren einen erheblichen Bedarf an zusätzlicher Infrastruktur im Pflichtschulbereich haben. Der weiter steigende Anteil an Kindern mit nicht deutscher Muttersprache erfordert zudem entsprechende pädagogische Rahmenbedingungen.

"Den Herausforderungen des 21. Jahrhunderts kann ein Schulwesen des 19. Jahrhunderts nicht gerecht werden. Eine moderne Schule muss sich flexibel und autonom den Gegebenheiten und Herausforderungen anpassen können." Das NEOS-Konzept von Schulautonomie bedeutet nicht nur personelle, finanzielle und pädagogische Freiheit, sondern auch Ziel-und Qualitätsvorgaben sowie eine vom Standort abhängige Finanzierung - so genannte Brennpunktschulen bekommen also mehr Geld. "Das jetzige Schulsystem ist viel zu teuer für die unterdurchschnittlichen Ergebnisse, die es liefert - weil das Geld nicht bei den Schüler_innen ankommt. Wenn es in Wien gelingt, Parteibuchwirtschaft und Bürokratie endlich zurückzudrängen, werden Ressourcen frei, die in die individuelle Förderung und Forderung investiert werden können", erklärt Meinl-Resinger und betont abschließend: "Wir fordern das Ende der Parteibuchwirtschaft in den Schulen."

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