"Thema" am 1. Dezember: Hochexplosive Böller im Umlauf, Online-Spielsucht und 30 Jahre Hainburg

Wien (OTS) - Christoph Feurstein präsentiert in "Thema" am Montag, dem 1. Dezember 2014, um 21.10 Uhr in ORF 2 folgende in HD produzierte Beiträge:

Tödliche Sprengkraft - Hochexplosive Böller im Umlauf

Die Polizei warnt: Tausende hochexplosive, tödliche Böller sind im Umlauf. Illegal hergestellt und gelagert wurden sie offenbar über Jahre im steirischen Kapfenstein. Dort sind vor zwei Wochen Vater und Sohn bei einer verheerenden Explosion ums Leben gekommen. Jedes Jahr sterben Menschen beim Hantieren mit Feuerwerkskörpern, Hunderte werden schwer verletzt. In Bruck an der Mur muss dem Fußballer Andreas Schicker eine Hand amputiert werden, die zweite ist verstümmelt. "Ich habe die zwei Armstümpfe gesehen und als ausgebildeter Berufssoldat sofort gewusst, was zu tun war", erzählt Alexander Wiedenmann. Mit seinem Eingreifen hat der Gastwirt wohl das Leben des Fußballers gerettet, dem ein Böller in der Hand explodiert war. Österreich hat ein strenges Pyrotechnikgesetz, sagen Experten. Doch vor allem junge Männer zwischen 15 und 35 Jahren erliegen der Faszination und kaufen verbotene Feuerwerkskörper über das Internet oder in den Nachbarländern. "Es sind Verletzungen wie im Krieg", sagt der Chirurg Prof. Lars-Peter Kamolz vom Krankenhaus in Graz und fordert strengere Gesetze. Rike Fochler, Oliver Rubenthaler und Christoph Seibel berichten.

Online-Spielsucht - Das vermeintliche Glück im Netz

"Ich habe jede Minute meiner freien Zeit nur noch Online-Glücksspiele gespielt, um ein paar Euro zu verdienen", sagt der 21-jährige Manuel. Damit wollte er seine Drogensucht finanzieren. Jetzt sitzt er eine 15-jährige Haftstrafe ab, weil er im Drogenrausch einen Freund ermordet hat. Zwei weitere Insassen des Gefängnisses für Jugendliche in Gerasdorf sitzen wegen mehrfachen schweren Raubs - der Grund: Sie brauchten Geld für ihre Spielsucht. Rund hunderttausend Österreicherinnen und Österreicher sind spielsüchtig. Die meisten sind abhängig von Glücksspielautomaten. Immer mehr vor allem junge Menschen werden von Onlinespielen in den finanziellen Ruin getrieben. Waren 2003 nur ein Prozent der Hilfesuchenden in der Wiener Spielsucht-Ambulanz Opfer von Onlinespielen, so sind es heute 34 Prozent - Tendenz steigend. Am 1. Jänner 2015 tritt bundesweit ein neues Glücksspielgesetz in Kraft. Es soll vor allem den Schutz der Automatenspieler stärken - die Onlinespieler bleiben dem enormen Angebot im Netz ausgeliefert. Zoran Dobric hat recherchiert.

30 Jahre Hainburg - Die stillen Heldinnen und Helden der Au

Im Dezember 1984 eskaliert der Konflikt um das geplante Donaukraftwerk Hainburg. Nach einer Initiative Prominenter wie Günther Nenning und Freda Meissner-Blau besetzen Hunderte zumeist junge Menschen die ersten Rodungsplätze bei Stopfenreuth und ketten sich an Bäume. Die Politik versucht, die besetzte Au mit Polizeigewalt zu räumen - es fließt Blut. "Ich wusste nicht, wie hart so ein Gummiknüppel ist und wie weh der tun kann", sagt die heute 81-jährige Annemarie Höfele. Sie hat den Auschützern damals ihr Haus in Stopfenreuth als zentrale Koordinationsstelle zur Verfügung gestellt und steht stellvertretend für Tausende unbekannte Menschen, ohne die es heute den Nationalpark Donau-March-Thaya-Auen nicht gäbe. Peter Baminger besucht sie und andere stille Heldinnen und Helden der Au.

"Thema" ist nach der TV-Ausstrahlung sieben Tage als Video-on-Demand abrufbar und wird auch als Live-Stream auf der ORF-TVthek (http://TVthek.ORF.at) angeboten.

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