Landesbildungsreferenten tagten in Klagenfurt

LH Kaiser: Stärkung der Schulautonomie - Verstärkte Sprachförderung und integrative Maßnahmen in Elementarpädagogik - Qualitative Verbesserung der Nachmittagsbetreuung

Klagenfurt (OTS/LPD) - Im Klagenfurter Seeparkhotel fand heute, Freitag, erstmals die Tagung der Bildungsreferentinnen und-referenten aller Bundesländer auf Initiative von Landeshauptmann Peter Kaiser statt. Kaiser informierte im Anschluss an das Treffen im Rahmen einer Pressekonferenz gemeinsam mit Landeshauptmann Wilfried Haslauer und Landerätin Martina Berthold (beide Salzburg) und Wiens Bildungsstadtrat Christian Oxonitsch über die Ergebnisse der Beratungen.

Kaiser teilte mit, dass man übereingekommen sei, ab nun einmal pro Jahr vor der Landeshauptleutekonferenz diese Bildungskonferenz abzuhalten. Im Vorfeld der Konferenz, gestern Donnerstag, gab es einen Dialog und eine Diskussion mit Initiatoren des Bildungsvolksbegehrens wie Hannes Androsch, Bernd Schilcher und Monika Kircher. Letztere präsentierte das Bildungsmodell der Industriellenvereinigung. Sie war für uns spannend und inspirierend", teilte Kaiser mit.

Aus der umfassenden Tagungsagenda hoben die vier Bildungsreferenten angedachte Maßnahmen zur Stärkung der Schulautonomie, der Elementarpädagogik und Sprachförderung hervor, gaben ein klares Bekenntnis zur Stärkung des Polytechnikums, des Erwachsenenweiterbildungsnetzwerkes und zur täglichen Bewegungseinheit in den Schulen ab. Zudem thematisierten sie die Kofinanzierung der Sprachförderung in Kindergärten mittels der 15a-Vereinbarung.

In Bezug auf die Schulautonomie sind sich alle Bildungsreferenten einig, dass diese gestärkt gehöre. "Sie ist die beste Form der Schulverwaltung", betonte Kaiser. Die Pädagogen müssen das Beste für die Kinder erreichen, dann funktioniert Schule", erklärte Haslauer. In Bezug auf die Zeit- und Unterrichtgestaltung ist man der Meinung, dass diese flexibler werden sollte.

Einig sind sich die Bildungsreferenten, dass es zu einem Ausbau der Sprachförderung, auch angesichts der Flüchtlingsproblematik, kommen muss. "Wichtige integrative Maßnahmen müssen bereits im Bereich der Elementarpädagogik gesetzt werden und Maßnahmenpakete sind hier gefragt, da auf die Pädagogen und Schulpsychologen in den Ländern einiges zukommt", forderten Kaiser und Oxonitsch.

Über die 15a Vereinbarung mit dem Bund soll es künftig mehr Mittel für die ganztägigen Schulformen, die Sprachförderung und Erwachsenenbildung geben, informierten Kaiser und Oxonitsch. Die Bildungsreferenten forderten den Bund zudem auf, bei den nächsten Finanzausgleichverhandlungen 2016 die Anforderung im Bereich des sonderpädagogischen Förderbedarfs der Realität anzupassen. "Derzeit wird ein Schlüssel von 2,7 Prozent angenommen. In Wahrheit sind es aber zwischen vier und fünf Prozent, hier muss Bund mehr Geld in Hand nehmen", so Kaiser. Außerdem wird das Finanzministerium aufgefordert, administrative Hürden abzubauen, die den Ländern jetzt die Abholung von Finanzmitteln zum Beispiel für den Ausbau Kindergartenplätzen, und der Nachmittagsbetreuung erschweren.

Im Bereich der schulischen Nachmittagsbetreuung soll es zudem zu einer umfassenden Evaluierung und qualitativen Verbesserungen kommen. "Im verschränkten Bereich gibt es keine Probleme. In der schulischen Nachmittagsbetreuung soll es Kooperationen mit Sportvereinen und Musikschulen geben und die Anwesenheitspflicht muss neu geregelt werden", so Kaiser.

Einig sind sich Kaiser und Berthold dass die tägliche Bewegungseinheit in Schulen Einzug halten sollte. "Sie soll auch für Berufsschüler gelten", betonte Kaiser. Im Bereich der Neuen Mittelschule ist man bestrebt zusätzliche Zweitlehrer zu bekommen nicht nur für die Fächer Deutsch, Mathematik und Englisch. Gestärkt werden soll auch das Polytechnikum, ebenso das Netzwerk für Erwachsenenweiterbildung.

Im Elementarpädagogischen Bereich in den Kindergärten lautet das Ziel mehr Personal aber auch mehr männliche Mitarbeiter zu bekommen. "Neben der fünfjährigen Ausbildung an den Bildungsanstalten für Kindergartenpädagogik (BAKIP) muss das Ausbildungsangebot ausgebaut werden" forderte Kaiser. "In Wien konnten wir den Männeranteil in Kindergärten durch eine verkürzte elementarpädagogische Ausbildung an Colleges verdreifachen" berichtete Oxonitsch.
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