Vom Gesamtverkehrsplan zur Standortoptimierung

WKÖ-Veranstaltung beleuchtet Ergebnisse der Arbeitsgruppe Güterverkehr und Logistik

Wien (OTS/PWK857) - Regen Zustrom gab es am Freitag zur Informations-und Diskussionsveranstaltung "Güterverkehr und Logistik - Vom Gesamtverkehrsplan zur Standortoptimierung" in der Wirtschaftskammer Österreich. Rund eineinhalb Jahre ist es her, dass im Haus der Wirtschaft der Startschuss fiel für intensive Arbeit an einem Gesamtverkehrsplan für Österreich, der vom Bundesministerium für Verkehr, Innovation und Technologie initiiert wurde.

Erklärte Ziele des Großprojektes, in das die WKÖ aktiv miteingebunden war: die Wettbewerbsfähigkeit Österreichs zu verbessern, wirtschaftliche, ökologische und soziale Nachhaltigkeit zu gewährleisten und den Logistikstandort Österreich zu stärken.

Besonderes Gewicht im Gesamtverkehrsplan hat der Bereich Güterverkehr und Logistik: Unterteilt in vier Unterarbeitsgruppen zu den Bereichen Schiene, Straße, Binnenschifffahrt sowie Luftfahrt und Logistik kamen insgesamt rund 100 ExpertInnen zusammen, die 119 ganz konkrete Maßnahmen erarbeitet und nun vorgelegt haben.

BM Stöger: Mautsenkung für Euro-6 Lkw, Fahrerkarte verbilligt, bmvit bekommt Logistikbeauftragten In der Eröffnungsrede betonte Verkehrsminister Alois Stöger das gute Zusammenwirken aller Stakeholder im Rahmen der Arbeitsgruppen zum Gesamtverkehrsplan: "Es ist uns erstmals gelungen, eine Plattform für alle Interessengruppen im Bereich Güterverkehr und Logistik zu bilden, wir werden diesen Dialog fortführen. Bei der Hälfte der Vorschläge wurde Konsens erzielt, einige Maßnahmen werden wir sofort umsetzen".

Konkret wird die Maut für Euro- 6-Lkws mit Beginn des kommenden Jahres um rund vier Prozent gesenkt. Das bedeutet laut Stöger eine Entlastung von 24 Mio. Euro im Jahr 2015. Euro 6 sind die modernsten Lkws mit dem geringsten Schadstoffausstoß. Im Vergleich zu den technologisch bereits sehr fortschrittlichen Euro-5-Lkws wird der Schadstoffausstoß bei den Euro-6-Fahrzeugen noch einmal drastisch reduziert (minus 70% Feinstaub und minus 80% Stickoxyde). Im Rahmen der Ökologisierung der Lkw-Maut ist es jetzt schon so, dass Lkws mit geringerem Schadstoffausstoß weniger zahlen, durch die Begünstigung für die saubersten Lkw soll die Flottenumstellung zusätzlich unterstützt werden.

Auch bei der Fahrerkarte gibt es eine Entlastung: Sie wird ab Februar 2015 nur noch 45 statt bisher 70 Euro kosten. Die Fahrerkarte ist eine Chipkarte, die Lenk-, Arbeits- und Ruhezeiten sowie fahrzeugrelevante Daten wie Geschwindigkeit und gefahrene Kilometer aus dem Digitalen Kontrollgerät speichert. Die Karte muss alle fünf Jahre erneuert werden.

Als dritte Sofort-Maßnahme kündigte der Bundesminister die Nominierung eines eigenen Logistik-Beauftragten im Verkehrsministerium an, "damit sich Ihre Branche hier zuhause fühlt", so Stöger in Richtung der Verkehrswirtschaft.

Klacska: Gemeinsamen Entwicklungsprozess aller Stakeholder weiterführen Alexander Klacska, Obmann der WKÖ-Bundessparte Transport und Verkehr, begrüßte die von Stöger angekündigten Maßnahmen als "wichtige Schritte in die richtige Richtung". Damit setze der Verkehrsminister langjährige Forderungen der Wirtschaft um. Darüber hinausgehend erwarte sich die heimische Verkehrswirtschaft jetzt, dass die in den Arbeitsgruppen abgestimmten Maßnahmen, die "kosten-und budgetneutral, standortverbessernd und schnell umsetzbar sind, auch tatsächlich rasch realisiert werden".

Eine wichtiger Bereich für die Verkehrswirtschaft: die effiziente Nutzung der vorhandenen Infrastruktur. Als Beispiel nannte Klacska die landesweite Abstimmung von Fahrverboten oder die von der Wirtschaft geforderte Abschaffung des Nacht-60ers. "Maßnahmen wie diese sind leicht zu realisieren, kosten nichts und bringen viel, weil sie die Produktivität der Unternehmen steigern". Weiters erhoffe sich die Branche als konkreten Output der gemeinsamen Arbeit zum Gesamtverkehrsplan eine effiziente Verknüpfung der Verkehrsträger. Und last, not least: "Diese Veranstaltung sollte nicht das Ende dieses Prozesses sein, sondern Fortsetzungen finden. Der Gesamtverkehrsplan sollte kein Papier werden, das unbenutzt in Schubladen landet, sondern laufend als Grundlage zur weiteren Zusammenarbeit dienen. Die Verkehrswirtschaft steht zur Vertiefung der Ergebnisse selbstverständlich gern zur Verfügung", betonte der Bundesspartenobmann.

Gesamtverkehrsplan trägt zur Stärkung des Wirtschaftsstandortes bei Dass der Gesamtverkehrsplan weit über die Verkehrswirtschaft hinaus wirkt, betonte Rosemarie Schön, Leiterin der WKÖ-Abteilung für Rechtspolitik, die neben der Bundessparte Transport und Verkehr und der Abteilung Wirtschaftspolitik die Entwicklungen mit begleitet hat: "Die vorgeschlagenen Maßnahmen betreffen zwar zunächst vor allem die Verkehrsunternehmen, sie sind letztlich aber für fast alle von uns vertretenen Branchen relevant. Produkte und Leistungen erhalten ihren wahren Wert schließlich erst am Bestimmungsort. Ihr Transport ist somit Voraussetzung der Wertschöpfung. Insofern ist der Gesamtverkehrsplan auch eine große rechtspolitische Aufgabe zur Stärkung des Wirtschaftsstandorts Österreich, deren Umsetzung für alle unsere Mitgliedsunternehmen von großer Bedeutung ist. In einer Welt, die sich aufgrund ständig besser werdender Logistik- und Transportleistungen zusehends verkleinert, muss auch Österreich die Herausforderungen des internationalen Wettbewerbs annehmen."

Nach einer genauen Analyse der Ergebnisse der Unterarbeitsgruppen unter Mitwirkung von Prof. Sebastian Kummer (WU Wien) rundete am Freitagnachmittag eine hochkarätig besetzte Podiumsdiskussion die Informationsveranstaltung ab. Vertreter aus Politik, Wirtschaft und Wissenschaft analysierten, welche konkreten Auswirkungen der Gesamtverkehrsplan auf die Mobilitätswirtschaft und die Gesellschaft haben kann. Christoph Schneider, Leiter der WKÖ-Abteilung Wirtschaftspolitik, fasste zusammen: "Ob sich Österreich als Standort für Güterverkehrs- und Logistikdienstleistungen im internationalen Wettbewerb verbessern kann, das wird davon abhängen, welche Maßnahmen angegangen und in welcher Weise sie umgesetzt werden. Eine besondere Bedeutung fällt dann in der Folge auch einer gezielten und begleitenden Kommunikation und der Öffentlichkeitsarbeit zu. Ein Marketing für den Wirtschaftsstandort Österreich wirkt sich positiv auf die Standortbeurteilung und damit auf die Bewertung in Standort-und Wettbewerbsrankings aus". (PM)

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