Bundesfrauenkonferenz (2)- Heinisch-Hosek: Wollen das Leben aller Frauen verbessern

"Brauchen Steuerentlastung für die wirklichen Leistungsträgerinnen" - Verkürzte Vollzeitarbeit für alle gefordert - Gleichstellung auf allen ebenen vorantreiben

Wien (OTS/SK) - SPÖ-Bundesfrauenvorsitzende und Frauen- und Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek hat in ihrer Rede bei der Bundesfrauenkonferenz heute, Freitag, klagestellt, dass die SPÖ-Frauen, "das Leben aller Frauen verbessern wollen." Das beinhalte unter anderem eine Entlastung der "wirklichen Leistungsträgerinnen dieser Gesellschaft", etwa durch eine Negativsteuer und die Einführung eines Mindestlohns von 1.500 Euro, sowie die bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie, etwa durch die Einführung eines bezahlten Papa-Monats und verkürzte Vollzeitarbeit für alle. "Eine Gesellschaft zeigt daran, wie es um sie steht, wie sie mit den Frauen umgeht", sagte Heinisch-Hosek. Österreich brauche mehr den je "stabile Verhältnisse und den sozialen Ausgleich". Die SPÖ-Frauen und SPÖ-Vorsitzender Werner Faymann seien die Garanten dafür. "Wir sind die treibende Kraft, wenn es um Gleichstellung und Vereinbarkeit geht", betonte die Vorsitzende der SPÖ-Frauen, die sich bei Bundeskanzler Werner Faymann für seine Unterstützung bedankte und betonte, "wir stehen an deiner Seite." ****

Die SPÖ-Frauen haben viel für die Frauen in Österreich erreicht, es gebe aber noch immer "große Herausforderungen", sagte Heinisch-Hosek. Österreich sei Dank der richtigen Maßnahmen gut durch die Krise gekommen, Bundeskanzler Faymann habe nicht nachgelassen, sich für soziale Gerechtigkeit und den europäischen Gedanken stark zu machen. "Wir brauchen keine Politik, die nur die wirtschaftliche Großwetterlage im Blick hat, sondern eine Politik, die den Frauen das zugesteht, was sie sich verdient haben", machte die Bundesfrauenvorsitzende deutlich. Es brauche mehr Verteilungsgerechtigkeit und eine steuerliche Entlastung besonders auch jener Frauen, die nicht viel verdienen. Es dürfe nicht auf Kosten der Frauen, und auch nicht auf Kosten der Kinder gespart werden, forderte die Frauenministerin. Daher sei auch eine vorzeitige Anhebung des Frauenpensionsalters strikt abzulehnen.

"Es ist ein Zeichen des Rückschritts, dass man versucht, uns wieder zurückzudrängen. Wir lassen uns das nicht gefallen", stellte Heinisch-Hosek klar. Die SPÖ-Frauen würden daher auch die Frage nach dem Wert bezahlter und unbezahlter Arbeit fortführen. Die Ministerin sieht nun vor allem die Wirtschaft in der Pflicht, wenn es darum geht, bezahlte und unbezahlte Arbeit gerechter zu verteilen. "Warum sperren sich Konservative und Unternehmen so gegen den Papa-Monat?", fragte Heinisch-Hosek. "Väterkarenz kommt auch den Unternehmen zugute". Viele junge Familien wünschen sich eine gerechte Aufteilung von bezahlter Arbeit und Familienarbeit, viele Frauen möchten mehr, viele Männer weniger arbeiten. "Wir fordern daher die verkürzte Vollzeitarbeit für alle. Denn das ist der Schlüssel zu einer gerechteren Verteilung." Auch die Forderung nach 1.500 Euro Mindestlohn, von dem besonders Frauen profitieren würden, ist im Leitantrag der SPÖ-Frauen festgehalten.

"Die SPÖ-Frauen stellen die richtigen Fragen. Und wir werden gehört", machte Heinisch-Hosek deutlich. So stünde die langjährige Forderung nach einer Liberalisierung des Medizinfortpflanzungsgesetzes kurz vor dem Durchbruch. Ohne die SPÖ-Frauen hätte es auch keine Zusatzmittel für den Ausbau von Kinderbetreuungseinrichtungen und Ganztagsschulen gegeben, um eine bessere Vereinbarkeit von Beruf und Familie zu ermöglichen, unterstrich Heinisch-Hosek. "Wir haben viele Fragen soweit vorangebracht, dass auch die ÖVP gar nicht mehr anders kann, als unsere Themen aufzugreifen", das zeige sich aktuell an der Debatte um die gemeinsame Schule.

Auch beim Thema Gewaltschutz sei viel passiert, Österreich sei mit seinen Gewaltschutzgesetzen Vorzeigeland. "Und wir gehen auch hier neue Wege", so Heinisch-Hosek. Während der derzeit laufenden "16 Tage gegen Gewalt" informieren die SPÖ-Frauen bundesweit über Angebote und Hilfestellungen wie die fem:help-App und die kostenlose Frauenhelpline. "Wir werden beim Thema Gewaltschutz nicht lockerlassen. Frauenrechte sind Menschenrechte." Gewalt gegen Frauen sei keine Privatsache. Alltagssexismus sei oft der erste Schritt dorthin. "Wir kämpfen daher gegen Alltagssexismus etwa in der Werbung", so Heinisch-Hosek. "Wir wollen Frauen stärken, damit sie sich trauen, sich zu wehren."

Zum Thema Statutenänderung betonte die Frauenvorsitzende, dass sie froh sei, "dass wir Konflikte gemeinsam durchstehen und lösen." Erstmals sei es nun möglich, dass Listen nicht anerkannt werden, wenn sie die Frauenquote nicht erfüllen. Man werde sich mit aller Kraft auch in Zukunft gegen Rückschritte stemmen und beispielsweise auch für eine verpflichtende Quote in privaten Aufsichtsräten einsetzen. Es gehe im Kampf um Frauenrechte aber nicht nur um "harte", sondern auch "vermeintliche Softthemen", wie die Debatten um das "Binnen-I" und die Bundeshymne gezeigt haben. "Den Reifegrad einer Gesellschaft erkennt man daran, wie es um die Gleichstellung steht. Wir werden nicht zulassen, dass Frauenrechte zurückgedrängt werden." (Forts.) sc/mp

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