Energieversorgung: Jetzt in Leitungsnetzaus- und Neubau für Strom investieren

Derzeitige Stromleitungsnetze sind steigenden Anforderungen der zukünftigen Stromversorgung nicht gewachsen

Wien (OTS/PWK851) - Die Engpässe und Mängel des europäischen Leitungsnetzes für Gas und Strom standen am 26. November 2014 im Mittelpunkt der Veranstaltungsreihe "Infrastrukturzyklus", zu der die Bundessparte Industrie der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) in Kooperation mit der Bundesvereinigung Logistik Österreich und der Österreichischen Verkehrswissenschaftlichen Gesellschaft hat die Energie-Control Austria eingeladen hatte.
Nationale und regionale Energiestrategien in Europa zeigen Auswirkungen, die vor Staatsgrenzen nicht Halt machen: die Umstellungen von einer zentralen hin zur dezentralen Stromversorgung, das Abgehen von konventioneller hin zu erneuerbarer Stromerzeugung -damit verbunden die Änderung vom Erzeugen von konstanten Strommengen hin zu schwankenden Erzeugungsmengen, hervorgerufen durch die wechselnden Bedingungen bei Photovoltaik, Wind- und Wasserkraft. Dem gegenüber steht zusätzlich der schwankende Stromverbrauch von Haushalten und Wirtschaft. Dies führt regelmäßig zu Netzüberlastungen in ganz Europa und damit auch in Österreich, da der bestehenden Strominfrastruktur die dafür notwendige Flexibilität fehlt. Diesen faktischen Veränderungen muss man sich stellen, zudem müssen Lösungen für eine nachfrageorientierte und sichere Stromversorgung umgesetzt werden.

Finanzierung durch EU-Fördermittel und Kredite In Österreich beläuft sich der notwendige Investitionsbedarf bis zum Jahr 2020 auf rund 8,7 Milliarden Euro - mit 2,7 Mrd. Euro für Übertragungsnetze, 1 Mrd. Euro für Verteilnetze der erneuerbaren Energie, 4 Mrd. Euro für Verteilnetze und 1 Mrd. Euro für den Smart Meter Rollout. Zur Finanzierung sind auch EU-Fördermittel notwendig, wie zum Beispiel Horizon 2020, Connecting Europe Facility (CEF), Europäischer Struktur- und Investitionsfonds und derzeit günstige Kredite der Europäischen Investitionsbank (EIB). Durch die Festsetzung von 12 Infrastrukturkorridoren durch Europa haben 12 Projekte im Strombereich und 4 Projekte im Gasbereich Förderrelevanz in Österreich. Begleitet durch eine Beschleunigung von Genehmigungsverfahren - Verfahrensdauern von 10 Jahren und mehr sind nicht zukunftsorientiert - und eine weitere Bereitstellung von nationalen Fördermitteln können diese Ziele erreicht werden. Gerade das gestern vorgestellte EU-Förderpaket im Umfang von mehr als 300 Mrd. Euro lässt Hoffnung aufkommen, dass hier zielgerichtete Lösungen umgesetzt werden können.

Moderne, gesicherte Energieversorgung "Die Modernisierung der Energienetze bringt eine Vielzahl von Vorteilen für die Allgemeinheit", stellt Martin Graf, Vorstand der Energie-Control Austria, fest. "Dazu gehört die Erhöhung der Versorgungssicherheit und Versorgungsqualität, eine Integration von erneuerbaren Energien und geringere Regelenergiekosten durch verbessertes nachfrageseitiges Management. Dadurch werden personalisierte und maßgeschneiderte Produkt- und Serviceangebote möglich. Eine zeitnahe Aufbereitung von Verbrauchsinformationen wird das persönliche Nutzerverhalten positiv und in Richtung Effizienz beeinflussen."

"Für den Endkunden, zu dem auch die österreichische Industrie zählt, ist die gesicherte Energieversorgung und eine dringende Reduktion der komplexen Regelungen von höchster Priorität", betont Manfred Engelmann, Geschäftsführer der Bundessparte Industrie in der WKÖ. "Die Europäische Energiewende im Sinne der Ökologie und Nachhaltigkeit muss durch "smarte" Energielösungen herbeigeführt werden, die nicht zu Lasten des Produktionsstandorts gehen."

Graf und Engelmann nennen gemeinsam 7 Gründe für das zeitliche Vorziehen von in Zukunft zwingenden Netzinvestitionen:

1. Belebung der heimischen Konjunktur und Binnennachfrage 2. Beschäftigungsimpulse für den österreichischen Arbeitsmarkt 3. Stärkung des Wirtschaftsstandortes und der regionalen Wertschöpfung 4. Verbesserung der Versorgungsicherheit bei Gas und Strom 5. Inanspruchnahme von europäischen Finanzierungmitteln (z.B. EIB) 6. Attraktivitätssteigerung des Forschungs- und Technologiestandortes 7. Klares Bekenntnis zum europäischen Binnenmarkt (KR)

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Bundessparte Industrie der Wirtschaftskammer Österreich
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Energie-Control Austria für die Regulierung der Elektrizitäts- und Erdgaswirtschaft (E-Control)
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