Oberhauser: Bei der Pflege an europäische Standards anschließen

Oberhauser und Hundstorfer bei Eröffnung des Pflegekongresses14 - Hundstorfer: "Wir sind Weltmeister in der Pflege"

Wien (OTS/SK) - Gesundheitsministerin Sabine Oberhauser hat am Donnerstag in ihrer Eröffnungsrede beim Pflegekongress14 im Austria Center Wien über das Konzept für eine neue dreistufige Pflegeausbildung gesprochen. "Mit der neuen Krankenpflegeausbildung werden wir an europäische Standards anschließen", sagte Oberhauser. Sozialminister Rudolf Hundstorfer lobte das österreichische Pflegegeldsystem: "Wir sind Weltmeister in der Pflege." In Österreich beziehen 5,2 Prozent der Bevölkerung Pflegegeld. Das gäbe es in keinem anderen Land. "Der Grund dafür ist unser siebenstufiges Pflegegeldsystem, das einzigartig ist", betonte Hundstorfer. ****

Die neue Krankenpflegeausbildung soll dreistufig aufgebaut sein und von der Unterstützungskraft(kein Gesundheitsberuf) über die Pflegeassistenz zur akademischen Ausbildung führen. "Wir dürfen nicht den Fehler machen, dass wir jungen Menschen ohne Matura den Weg in Pflegeberufe verwehren", betonte die Gesundheitsministerin. "Kompetenzen wie Empathie und soziale Kompetenz dürfen nicht in den Hintergrund rücken." Außerdem müsse man sich der demographischen Entwicklung anpassen und Bereiche wie Langzeitpflege und Hauskrankenpflege stärker fördern.

Ministerin Oberhauser plädierte auch für eine klare Regelung der Tätigkeitfelder. Diskussionen über Zuständigkeiten würden zu oft erst vor Ort im Krankenhaus geführt. "Im Zuge der Umstrukturierung und Weiterentwicklung des Gesundheits- und Krankenpflegegesetzes war mir daher wichtig, dass wir klar abgegrenzte Tätigkeitsfelder haben, damit diese Diskussionen nicht mehr am Krankenbett stattfinden müssen", sagte Oberhauser.

Minister Hundstorfer gab im Zuge des Pflegekongresses eine Neuerung bei der Einstufung des Pflegegeldes bekannt: "Bisher konnten Pflegefachkräfte die Einstufung in das Pflegegeld ab der Stufe 4 vornehmen, im Laufe des kommenden Frühjahres werden bereits Erhöhungsanträge ab Stufe 3 durch Pflegefachkräfte geprüft und vorgenommen werden können. Damit wird der hohen fachlichen Kompetenz der Pflegefachkräfte im Pflegegeldverfahren noch mehr Rechnung getragen."

Hundstorfer bedankte sich bei jenen Menschen, die jährlich 140.000 Pflegegeld-Gutachten erstellen. Nach der Reform des Pflegegeldes werde man die Qualitätssicherung und den intensiven Kontakt zu Betroffenen noch stärker in den Mittelpunkt rücken. "Wir machen bereits 20.000 Hausbesuche im Jahr, zusätzlich werden wir mit einer Hotline noch mehr Beratung und Information bieten und den Menschen die Möglichkeit geben, jederzeit selbstverständlich kostenlose Hausbesuche anzufordern", sagte Hundstorfer.

In der Zukunft müsse man die Berufsbilder weiterentwickeln und Schwerpunkte etwa bei der Demenzstrategie oder der 24-Stunden-Betreuung setzen. Auch der Pflegefonds, aus dem heuer 235 Millionen Euro an Bund und Länder ausgeschüttet werden, wird in Hinblick auf Qualität und Standardisierung weiterentwickelt werden. (Schluss) ve/mb

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