GdG-KMSfB fordert 50 Prozent für Musik-Interpreten

Beschluss bei internationaler Musikkonferenz (FIM): Interpreten wollen mindestens 50 Prozent Einnahmenbeteiligung bei Online-Vermarktung

Wien (OTS/ÖGB) - Online-Musikdienste haben zwar zu einem Wandel in der Musikbranche geführt, für Verbreitung und Vermarktung von Musik erhalten deren Interpreten jedoch nur eine geringe oder gar keine Beteiligung. Auch bei millionenfacher Nutzung via Streaming bleiben die Abrechnungen selbst internationaler Stars marginal. Begleitmusiker und Background-Sängerinnen gehen komplett leer aus -obwohl ihnen laut Art. 3 der EU-Inforichtlinie und § 8 des WCT (WIPO Copyright Treaty) das Recht zusteht, die Nutzung ihrer künstlerischen Leistungen im Internet nur gegen eine Abgeltung freizugeben. "Musik ist wertvoll. 0,003 Euro als gesamte Rechteabgeltung pro Nutzung sind eine Respektlosigkeit", bringt es Peter Paul Skrepek, Präsident der Sektion Musik in der Gewerkschaft der Gemeindebediensteten - Kunst, Medien, Sport, freie Berufe (GdG-KMSfB), auf den Punkt.

Weltweite Initiative zur Durchsetzung der Leistungsschutz-Rechte im Internet

Die Abgeltung muss fair sein und der ökonomische Wert des künstlerischen Beitrags muss in Relation zu anderen Beiträgen zur Produktion stehen. Eine 50:50 Aufteilung aller Online-Einnahmen zwischen Interpreten und Produzenten (Labels) wäre angemessen. Doch davon sind wir derzeit weit entfernt. "Der Anteil, den Musikinterpreten aus Onlinenutzungen erhalten, ist weder fair noch dem Wert ihrer Leistungen angemessen. Ein Gleichgewicht mit den Anteilen weiterer Beteiligter - Labels, Plattformbetreiber, Netzanbieter -, an dieser Abgeltung ist nicht gegeben", so Skrepek. Eine breite Koalition der Musikinterpreten beschloss bei der Budapester Konferenz der FIM (Fédération internationale des musiciens) am 21. November 2014 eine weltweite Initiative zur Gleichberechtigung und Durchsetzung ihrer Leistungsschutz-Rechte im Internet.

Der Gesetzgeber ist gefordert

Die Situation erfordert unverzügliches Handeln. Streaming-Dienste ersetzen zunehmend herkömmliche Verbreitungsformen wie den Rundfunk. Ein neuer rechtlicher Rahmen, der diesen Änderungen Rechnung trägt, muss entworfen und durchgesetzt werden, um ein Umfeld zu schaffen, das den ausübenden Künstlerinnen und Künstlern wie dem zahlenden Publikum gegenüber so gerecht wie gegenüber den anderen Betroffenen ist. Tantiemen und Lizenzen stellen einen wesentlichen Teil des Einkommens der Musikschaffenden dar. Ohne gerechte und ausgewogene Beteiligung ist die Existenz professioneller Musikinterpreten gefährdet.

Rückfragen & Kontakt:

Peter Paul Skrepek
Präsident der Sektion Musik in der GdG-KMSfB
Mobil: 0664 614 5405

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