BAK Hauptversammlung (6): EU Regeln zu Wohnimmobilienkredit sorgsam umsetzen!

Konsumenten dürfen keine Verschlechterungen erfahren

Wien (OTS) - Bis März 2016 soll die Wohnimmobilienkredit-Richtlinie der EU in österreichisches Recht gegossen werden. Derzeit sind die Wohnimmobilien mit hypothekarischer Besicherung im österreichischen Verbraucherkreditgesetz geregelt. Die EU Richt-linie muss verbraucherfreundlich umgesetzt werden. Das verlangt die Hauptver-sammlung der Bundesarbeitskammer (BAK).

Konkret fordert die Hauptversammlung der Bundesarbeitskammer:

+ Keine Bestrafung bei vorzeitiger Kreditrückzahlung: Wer seinen Kredit vorzeitig zurückzahlen oder teiltilgen möchte, darf nicht mit höheren Kosten belastet werden. Der-zeit ist maximal ein Prozent vom zurückbezahlten Betrag zu zahlen, das muss beibehalten und darf nicht verschlechtert werden.

+ Rücktrittsrecht einführen: Ein neues zweiwöchiges Rücktrittsrecht soll eingeführt werden. Die EU-Richtlinie ermöglicht es, dieses klassische Konsumentenrecht nun auch für Wohnimmobilienkredite vorzusehen. Was bisher nur für Kosumkredite gilt, soll Kon-sumentInnen nun beispielsweise bei wirtschaftlich nachteiligen Wohnkreditverträgen oder in einer Überrumpelungssituation beim Immobilienkauf helfen.

+ Transparenzregeln beim Datenschutz: Beim Scoring-Verfahren (die Bonität des Kunden wird dabei mit Punkten bewertet) etwa gibt es intransparente Praktiken, die für VerbraucherInnen durchaus nachteilig sein können. Daher sind strenge gesetzliche Transparenzbestimmungen zum Datenschutz nötig. So müssen beispielsweise die Da-tenarten, die erhoben werden können, genau im Gesetz aufgezählt werden. Bei Ableh-nung eines Kreditantrages muss sichergestellt werden, dass VerbraucherInnen auch über das durchgeführte Scoring, also das konkrete Verfahren zur Bonitätseinstufung, informiert werden.

+ Strenge Regeln für die Kredit-Werbung: Es sollte die in Deutschland geltende Zwei-Drittel-Regel eingeführt werden, um Lockangebote bei Krediten zu verhindern. Sie be-sagt, dass die Konditionen in den Standardinformationen der Kreditwerbung realistisch sein müssen. Zwei Drittel der aufgrund der Werbung abgeschlossenen Kreditverträge müssen den beworbenen oder einen niedrigeren Zinssatz tatsächlich erhalten. Die stren-gen Kreditregeln sollen auch für Konsumkredite eingeführt werden, denn dort ist die Ge-fahr von Lockzinsen besonders groß.

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