Grüne Anfrage im nö Landtag: wann werden Auswüchse der Jagd endlich verboten?!

Studie weist mehr als 60% der Stadtbevölkerung als JagdgegnerInnen aus - VGT fordert Verbot von Jagd im Gatter und auf gezüchtete Tiere

Wien (OTS) - Der nö Landesjägermeister Josef Pröll jagt im Gatter. Bei einem Massenabschuss von gezüchteten Wildschweinen im Jagdgatter in Kaumberg letzten Herbst, an dem Pröll beteiligt war, starben 93 Tiere unmittelbar im Kugelhagel, mindestens 60 weitere verendeten an ihren Wunden in den nächsten Tagen. Nur noch in Niederösterreich und dem Burgenland sind Gatterjagden erlaubt, allerdings darf man in ganz Österreich noch auf gezüchtete Tiere schießen, die extra für die Jagd ausgesetzt wurden. In einer Anfrage im niederösterreichischen Landtag wollen nun die Grünen wissen, wann auf die Meinung der Mehrheit im Land Rücksicht genommen und dieser Auswuchs der Jagd verboten wird. Ebenso soll beantwortet werden, ob Landesjägermeister Josef Pröll und Waffenhändler Alfons Mensdorff-Pouilly bei jener Gatterjagd kürzlich in Hollabrunn anwesend waren, bei der einem der Treiber in den Kopf geschossen wurde. Aufgrund des öffentlichen Drucks haben Pröll und seine JagdkollegInnen heuer nämlich auf den Abschuss im besagten Kaumberger Gatter im Bezirk Lilienfeld verzichtet.

In einer repräsentativen Studie des Meinungsforschungsinstituts "market", die von einem Jäger durchgeführt wurde, fand man Ende November 2014 heraus, dass mehr als 60% der Stadtbevölkerung gegen die Jagd eingestellt sind. 92% der ÖsterreicherInnen wollen die Jagd in Händen von BerufsjägerInnen sehen, 77% meinen, die Jagd werde in der Gesellschaft immer kritischer betrachtet und 55% werfen der Jägerschaft vor, sie würde durch negatives Verhalten auffallen. Die Anfrage der Grünen wendet sich daher rigoros auch gegen andere Missstände, wie den Alkoholkonsum bei der Jagd, den Fallenfang, das Fehlen von Schonzeiten bei sogenanntem Raubwild und andere tierquälerische Praktiken.

VGT-Obmann Martin Balluch dazu: "Gatterjäger Josef Pröll meidet geflissentlich, auf Kritik an seinem Hobby zu antworten und sich dafür zu rechtfertigen, warum er selbst eindeutig nicht weidgerechte Jagdpraktiken durchführt, indem er gefangene Tiere über den Haufen schießt. Zwar betreibt die Jägerschaft auf allen ihren Kanälen heftige Jagdpropaganda, doch statt allgemeiner Floskeln sollten wir über konkrete Reformen reden. Was ist der Sinn einer Gatterjagd? Wozu muss es diese geben und warum kann sie in Niederösterreich nicht, wie sonst fast überall im Staat, zusammen mit der Jagd auf gezüchtete Tiere verboten werden? Wieso schießt der nö Landesjägermeister in einem Gatter, obwohl das der Weidgerechtigkeit widerspricht und er eigentlich zu einer Vorbildwirkung verpflichtet wäre? Wie lange kann er noch den Kopf in den Sand stecken und auf die Kritik nicht reagieren? Wir dürfen auf die Antworten zur Anfrage der Grünen gespannt sein."

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