Was braucht ein Kind von Vater Staat?

ÖVP-Familiensprecher Georg Strasser lud zur Diskussion mit Albert Wunsch und Gudrun Kugler

Wien (OTS/ÖVP-PK) - "Echte Wahlfreiheit schaffen: Das heißt, die Leistung einer innerfamiliären Betreuung von Kindern ebenso wertzuschätzen wie eine öffentliche Kinderbetreuung und durch entsprechende finanzielle Voraussetzungen beides ermöglichen." Das war der Grundtenor der Veranstaltung "Was braucht ein Kind von Vater Staat?", zu der Familiensprecher Abg. DI Georg Strasser Dienstagabend eingeladen hatte. Erziehungswissenschaftler und Psychologe Dr. Albert Wunsch und Familienexpertin Dr. Gudrun Kugler sorgten als Referenten für spannende Diskussionen und erlaubten unterschiedliche Denkansätze zum Thema Kinderbetreuung - ein für Abg. Georg Strasser sehr wichtiger Aspekt: "In der Politik dürfen wir uns keine Denkverbote auferlegen, sondern müssen verschiedene Sichtweisen zulassen, aus der wir uns dann unsere Meinung bilden können. Im Sinne des Evolutionsprozesses der ÖVP sind solche Diskussionen sehr wertvoll."

Dr. Albert Wunsch, den seine kritischen Bücher zur Kindererziehung in Deutschland sehr bekannt machten, spricht sich gegen eine zu frühe Fremdbetreuung von Kindern aus. Er fordert, die innerfamiliäre Kinderbetreuung durch mehr finanzielle Zuwendungen zu fördern und darüber hinaus Eltern in ihren Erziehungskompetenzen zu schulen.

Dr. Gudrun Kugler, selbst Mutter von vier Kindern und engagierte Familienpolitikerin, sieht in der Vereinbarkeitsfrage einen Drahtseilakt, der Familien sehr viel abverlangt: "Familie ist der Arbeitswelt ausgeliefert, die ihr immer weniger Zeit lässt. Familie braucht aber Zeit, sonst erschöpft sie." Wahlfreiheit bedeutet für sie, auch jenen, die länger bei den Kindern zuhause bleiben wollen, dies vor allem finanziell zu ermöglichen. Als konkrete Beispiele nennt sie Steuererleichterungen für Familien, keine Einschränkungen bei flexiblen Gestaltungsmöglichkeiten wie Elternteilzeit oder der längsten Variante des Kinderbetreuungsgeldes und eine bessere soziale Anerkennung der Familienarbeit.

Ein Beispiel echter gelebter Wahlfreiheit brachte der Bürgermeister von Berndorf bei Salzburg Dr. Josef Guggenberger. Mit seinem von allen Gemeinderatsfraktionen mitgetragenen "Berndorfer Modell" wird die familieninterne Kinderbetreuung gefördert. Guggenberger: "Mit unserem System wird nicht nur die familienexterne, sondern auch die familieninterne Betreuung finanziell gefördert und so für mehr Gerechtigkeit gesorgt. Trotzdem haben wir zusätzlich die Möglichkeit einer außerfamiliären Kinderbetreuung für Kinder ab 1,5 Jahren geschaffen, um Eltern die Wahlfreiheit zu ermöglichen."

Für Strasser, der die Kinderbetreuungsthematik auch aus Sicht des Bürgermeisters kennt, sind jedenfalls bürgernahe und demokratische Lösungen anzustreben. "Familie gehört für den Großteil der Österreicher zum Lebensglück dazu. Lassen wir doch die Familien selbst entscheiden, welchen Weg der Betreuung sie einschlagen möchten, aber schaffen wir in der Politik die Rahmenbedingungen, die unterschiedlichen Möglichkeiten auch zuzulassen", so Strasser abschließend.
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