Heimische Transportwirtschaft spürt konjunkturellen Gegenwind

WKÖ-Bundesspartenobmann Klacska: Entlastung und neue Impulse Gebot der Stunde

Wien (OTS/PWK836) - Das ausklingende Jahr war für die heimischen Unternehmen schwierig, der österreichischen Wirtschaft fehlen zurzeit die Wachstumsimpulse sowohl aus dem Inland als auch aus dem Ausland. Auch die Transportwirtschaft hat den konjunkturellen Gegenwind heuer zu spüren bekommen: Die aktuelle Konjunkturerhebung der Bundessparte Transport und Verkehr in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) zeigt für das Schlussquartal 2014 eine weitere Abschwächung der Wirtschaftsaussichten. Besonders die Entwicklung der Nachfragesituation wird von vielen Unternehmen zurückhaltend eingeschätzt: Bereits jeder Dritte sieht seine Geschäftstätigkeit durch unzureichende Nachfrage beschränkt. Auch die Einschätzung zur Beschäftigung in der Mobilitätswirtschaft fällt schlechter als zuletzt aus, für die kommenden Monate sieht die Mehrzahl der befragten Betriebe eine Senkung ihres Mitarbeiterstandes.

Automatisch verpflichtende Tarifvalorisierung streichen

"Das schwache Umfeld verunsichert unsere Betriebe, notwendige Investitionen bleiben zunehmend aus. Deshalb brauchen wir jetzt dringend neue Impulse zur Sicherung von Wertschöpfung und Arbeitsplätzen in Österreich genauso wie auf europäischer Ebene", betont WKÖ-Bundesspartenobmann Alexander Klacska. "Statt erneut an Steuer- und Abgabenschrauben zu drehen - Stichwort Maut, Stichwort MöSt - sollten unsere Betriebe schleunigst entlastet und unterstützt werden".

Gerade die jährlich steigenden Mauttarife sieht der oberste Branchensprecher kritisch, da die Mauthöhe für Lkw und Busse in Österreich schon jetzt auf einem Spitzenplatz in der EU ist. ER fordert daher eine Streichung der jährlich automatisch verpflichtenden Tarifvalorisierung.

Wachstumsimpulse für die Verkehrswirtschaft

Neben Entlastungen sind auch neue Wachstumsimpulse wichtig. Ohne Mehrkosten für den Bund könnten mit geringem Aufwand im kombinierten Verkehr spürbare Impulse gesetzt werden. Dazu braucht es mehr kranbare Sattelaufleger, die im Huckepackverkehr auf der Schiene flexibler eingesetzt werden können. Diese Sattelaufleger sind schwerer als normale Aufleger. "Würde man das höchst zulässige Gesamtgewicht für derartige Anhänger erhöhen, dann wäre das ein Anreiz für die Transportwirtschaft zu investieren, und die Verfügbarkeit würde rasch steigen, das nutzt Unternehmen und Umwelt", erläutert Klacska.

EU: Wettbewerbsverzerrende Rahmenbedingungen beseitigen -Vorschriften praxisnahe gestalten

Aber auch von der EU müssten spürbare Wachstumsanreize kommen, die auch die Mobilitätsbranche unterstützen, betont Klacska mit Verweis auf das von Kommissionspräsident Juncker vorgestellt Investitionspaket. Dazu gehört auch die längst überfällige Beseitigung von verschiedenen wettbewerbsverzerrenden Rechtsumsetzungen in den Mitgliedstaaten, so Klacska. Als Beispiele nennt er, das etwa Frankreich und Belgien die Abhaltung der regelmäßigen Ruhezeit in der Schlafkabine verbieten und Verstöße rigoros sanktionieren. Ein weiteres Ungleichgewicht: Österreichische Weiterbildungsnachweise der Berufskraftfahrer werden zum Teil in anderen Mitgliedstaaten, zum Beispiel Polen, Tschechien, der Slowakei oder Ungarn, nicht anerkannt.

Auch werden von den Mitgliedstaaten immer wieder neue administrative Hindernisse trotz Binnenmarkt eingeführt, wie z.B. das in Ungarn geplante "Elektronische Kontrollsystem für den Landverkehr" -ein kompliziertes Meldesystem . "Wenn wir die Wettbewerbsfähigkeit der europäischen Unternehmen stärken wollen, so brauchen wir auch hier dringend mehr Praxisnähe bei der Rechtssetzung und einheitliche, klare Umsetzungsmaßnahmen auf nationaler Ebene". (PM)

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